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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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Ob man sich für die ''Oneirokritika'' eine externe Leserschaft vorstellen kann und wie diese beschaffen gewesen sein könnte, wird immer wieder diskutiert, haben doch Autor und Werk in der antiken Literatur so gut wie keine Spuren hinterlassen. Hierzu lassen sich einige Indizien zusammentragen: Aus dem Duktus der ''Oneirokritika'' wird deutlich, dass Artemidor durchaus über rhetorische Strategien bei der Präsentation seines Werkes verfügte, somit auch eine entsprechende Ausbildung erhalten haben musste (Harris-McCoy 2015). Dies setzt freilich eine (gebildete) Leserschaft voraus (Bowersock 1994, 77-98), wofür die komplexe Syntax und das reiche Vokabular in Anspruch genommen werden (Bowersock 2004). Man kann aber auch von einem zweifachen ‚Publikum‘ ausgehen (Weber 1999, 222-227): Einerseits die Klienten aller Schichten, deren Träume Artemidor und sein Sohn, in dessen Ermessen die dosierte Weitergabe des Buches gestellt wurde (Artem. 4,prooem.,237,26-238,6; 5,prooem.,301,14f.), mit Hilfe des Buches konkret deuteten und die somit in mündlicher Form ausgewählte Inhalte vermittelt bekamen; andererseits Leser, die sich wiederum aus Fachleuten, ebenso interessierten, gebildeten Laien zusammensetzten. Letztere konnten sich selbst an einer Deutung versuchen und aus dem Besitz des Werkes auch Prestige beziehen. Der Sprachgebrauch und die Raumvorstellungen innerhalb des Werkes verweisen jedenfalls auf eine starke lokale Verwurzelung im westlichen Kleinasien (Bowersock 2004, 60-62; Weber 2014).
 
Ob man sich für die ''Oneirokritika'' eine externe Leserschaft vorstellen kann und wie diese beschaffen gewesen sein könnte, wird immer wieder diskutiert, haben doch Autor und Werk in der antiken Literatur so gut wie keine Spuren hinterlassen. Hierzu lassen sich einige Indizien zusammentragen: Aus dem Duktus der ''Oneirokritika'' wird deutlich, dass Artemidor durchaus über rhetorische Strategien bei der Präsentation seines Werkes verfügte, somit auch eine entsprechende Ausbildung erhalten haben musste (Harris-McCoy 2015). Dies setzt freilich eine (gebildete) Leserschaft voraus (Bowersock 1994, 77-98), wofür die komplexe Syntax und das reiche Vokabular in Anspruch genommen werden (Bowersock 2004). Man kann aber auch von einem zweifachen ‚Publikum‘ ausgehen (Weber 1999, 222-227): Einerseits die Klienten aller Schichten, deren Träume Artemidor und sein Sohn, in dessen Ermessen die dosierte Weitergabe des Buches gestellt wurde (Artem. 4,prooem.,237,26-238,6; 5,prooem.,301,14f.), mit Hilfe des Buches konkret deuteten und die somit in mündlicher Form ausgewählte Inhalte vermittelt bekamen; andererseits Leser, die sich wiederum aus Fachleuten, ebenso interessierten, gebildeten Laien zusammensetzten. Letztere konnten sich selbst an einer Deutung versuchen und aus dem Besitz des Werkes auch Prestige beziehen. Der Sprachgebrauch und die Raumvorstellungen innerhalb des Werkes verweisen jedenfalls auf eine starke lokale Verwurzelung im westlichen Kleinasien (Bowersock 2004, 60-62; Weber 2014).
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==Ausgabe:==
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<div style="text-align: right;">[[Autoren|Manfred Engel]]</div>
* Roger A. Pack: Artemidori Daldiani Onirocriticon Libri V. Leipzig: Teubner 1963.
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==Literatur==
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===Ausgabe===
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* Artemidori Daldiani Onirocriticon Libri V. Hg. von Roger A. Pack. Leipzig: Teubner 1963.
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==Übersetzungen:==
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===Übersetzungen===
 
* Karl Brackertz: Artemidor von Daldis. Das Traumbuch. Zürich/München: dtv 1979.
 
* Karl Brackertz: Artemidor von Daldis. Das Traumbuch. Zürich/München: dtv 1979.
 
* Friedrich S. Krauss: Artemidor. Traumkunst. Neubearb. u. mit einem Nachwort sowie Anmerkungen versehen von Gerhard Löwe. Leipzig: Reclam 1991.
 
* Friedrich S. Krauss: Artemidor. Traumkunst. Neubearb. u. mit einem Nachwort sowie Anmerkungen versehen von Gerhard Löwe. Leipzig: Reclam 1991.
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==Kommentar:==
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===Kommentar===
 
* Daniel E. Harris-McCoy: Artemidorus’ Oneirocritica: Text, Translation, and Commentary. Oxford: OUP 2012.
 
* Daniel E. Harris-McCoy: Artemidorus’ Oneirocritica: Text, Translation, and Commentary. Oxford: OUP 2012.
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==Forschungsliteratur:==
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===Forschungsliteratur===
 
* Auger, Danièle: La place des mythes dans l’interprétation des songes d’Artémidore. In: Weber 2015, 189-218.
 
* Auger, Danièle: La place des mythes dans l’interprétation des songes d’Artémidore. In: Weber 2015, 189-218.
 
* Bilbija, Jovan/Flinterman, Jaap-Jan: Dreaming of Deities: Athena and Dionysus in the Oneirocritica. In: Weber 2015, 161-187.
 
* Bilbija, Jovan/Flinterman, Jaap-Jan: Dreaming of Deities: Athena and Dionysus in the Oneirocritica. In: Weber 2015, 161-187.
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* Walde, Christine: Explorationen. Schlaf – Traum – Traumdeutung und Gender in der griechisch-römischen Antike. In: Christine Walde/Georg Wöhrle (Hg.): Genderstudies in den Altertumswissenschaften. Schlaf und Traum. Trier: WVT 2014, 1-43.
 
* Walde, Christine: Explorationen. Schlaf – Traum – Traumdeutung und Gender in der griechisch-römischen Antike. In: Christine Walde/Georg Wöhrle (Hg.): Genderstudies in den Altertumswissenschaften. Schlaf und Traum. Trier: WVT 2014, 1-43.
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Gregor Weber
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Weber, Gregor: "Oneirokritika" (Artemidor von Daldis) In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs "Europäische Traumkulturen", 2019; http://traumkulturen.uni-saarland.de/Lexikon-Traumkultur/index.php/%22Oneirokritika%22_(Artemidor_von_Daldis)
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==Kategorien==
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Weber, Gregor: "Oneirokritika" (Artemidor von Daldis) In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs "Europäische Traumkulturen", 2019
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[[Kategorie:Artemidor]]
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[[Kategorie:Traumbuch]]
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[[Kategorie:2. Jahrhundert]]
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[[Kategorie:Antike]]
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[[Kategorie:Griechisch]]
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[[Kategorie:Römisches Reich]]

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