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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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Beckmanns Traum vom Sterben findet sich in der fünften und letzten Szene von ''Draußen vor der Tür''. Es handelt sich um eine längere szenische Traumdarstellung, die etwa zwei Drittel der Szene ausmacht. Beckmann, der an allen Türen, an denen er geklopft hatte, abgewiesen wurde, schläft auf der Straße ein. Dort träumt er einen – wie er es nennt – "wunderschönen Traum" (DvdT 147), aus dem er nicht mehr aufzuwachen gedenkt: "Nein. Aufstehen mag ich nicht mehr. Ich träume doch gerade so schön. Ich liege auf der Straße und sterbe." (Ebd.)
 
Beckmanns Traum vom Sterben findet sich in der fünften und letzten Szene von ''Draußen vor der Tür''. Es handelt sich um eine längere szenische Traumdarstellung, die etwa zwei Drittel der Szene ausmacht. Beckmann, der an allen Türen, an denen er geklopft hatte, abgewiesen wurde, schläft auf der Straße ein. Dort träumt er einen – wie er es nennt – "wunderschönen Traum" (DvdT 147), aus dem er nicht mehr aufzuwachen gedenkt: "Nein. Aufstehen mag ich nicht mehr. Ich träume doch gerade so schön. Ich liege auf der Straße und sterbe." (Ebd.)
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In diesem Traum Beckmanns treten alle Figuren des Dramas nochmals nacheinander auf, d.h. all diejenigen, die Beckmann zuvor an ihren Türen abgewiesen haben: So beispielsweise der Oberst, der seine Verantwortung für den Tod der Kameraden Beckmanns nicht zurücknehmen wollte und Beckmann stattdessen verhöhnte und auslachte; der Kabarettdirektor, der Beckmanns Wahrheit nicht für kunsttauglich hielt und mit Beckmann so „die Wahrheit verraten“ (DvdT 156) hat, oder auch Frau Kramer, die nun in Beckmanns Elternhaus lebt und Beckmann nicht sehr rücksichtsvoll über den Selbstmord seiner Eltern informierte. Auch seine Frau, die er nach seiner Rückkehr mit einem anderen Mann angetroffen hat, zieht "''in enger Umarmung mit ihrem Freund langsam vorbei, ohne Beckmann zu hören''." (DvdT 160) Zuletzt treten das Mädchen auf, das Beckmann zu Beginn aus der Elbe gezogen hat, gefolgt von ihrem toten, einbeinigen Mann, der Beckmann vorwirft, sein Mörder geworden zu sein: "Und du hast mich ermordet, Beckmann. Hast du das schon vergessen? Ich war doch drei Jahre in Sibirien, Beckmann, und gestern abend wollte ich nach Hause, aber mein Platz war besetzt – du warst da, Beckmann, auf meinem Platz. Da bin ich in die Elbe gegangen, Beckmann, gleich gestern abend." (DvdT 162) Der Einbeinige teilt die Erfahrungen Beckmanns. Auch er findet seinen Platz nicht mehr bzw. bereits besetzt. Sein Auftritt knüpft an das Vorspiel an, in dem ein Mann durch einen Sprung in die Elbe Selbstmord begeht. Am Ende des Traums nimmt der Einbeinige Beckmann das Versprechen hab, ihn nicht zu vergessen, denn dann "kann man doch in Ruhe tot sein, wenn wenigstens einer an mich denkt, wenigstens mein Mörder […]. Dann kann ich wenigstens in aller Ruhe tot sein – – –" (DvdT 163). So endet Beckmanns "wunderschöner Traum", an dessen Ende Beckmann nicht gestorben ist, sondern erwacht und (wieder) allein und unbemerkt zurückbleibt.
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In diesem Traum Beckmanns treten alle Figuren des Dramas nochmals nacheinander auf, d.h. all diejenigen, die Beckmann zuvor an ihren Türen abgewiesen haben: So beispielsweise der Oberst, der seine Verantwortung für den Tod der Kameraden Beckmanns nicht zurücknehmen wollte und Beckmann stattdessen verhöhnte und auslachte; der Kabarettdirektor, der Beckmanns Wahrheit nicht für kunsttauglich hielt und mit Beckmann so „die Wahrheit verraten“ (DvdT 156) hat, oder auch Frau Kramer, die nun in Beckmanns Elternhaus lebt und Beckmann nicht sehr rücksichtsvoll über den Selbstmord seiner Eltern informierte. Auch seine Frau, die er nach seiner Rückkehr mit einem anderen Mann angetroffen hat, zieht "''in enger Umarmung mit ihrem Freund langsam vorbei, ohne Beckmann zu hören''." (DvdT 160) Zuletzt treten das Mädchen auf, das Beckmann zu Beginn aus der Elbe gezogen hat, gefolgt von ihrem toten, einbeinigen Mann, der Beckmann vorwirft, sein Mörder geworden zu sein: "Und du hast mich ermordet, Beckmann. Hast du das schon vergessen? Ich war doch drei Jahre in Sibirien, Beckmann, und gestern abend wollte ich nach Hause, aber mein Platz war besetzt – du warst da, Beckmann, auf meinem Platz. Da bin ich in die Elbe gegangen, Beckmann, gleich gestern abend" (DvdT 162). Der Einbeinige teilt die Erfahrungen Beckmanns. Auch er findet seinen Platz nicht mehr bzw. bereits besetzt. Sein Auftritt knüpft an das Vorspiel an, in dem ein Mann durch einen Sprung in die Elbe Selbstmord begeht. Am Ende des Traums nimmt der Einbeinige Beckmann das Versprechen hab, ihn nicht zu vergessen, denn dann "kann man doch in Ruhe tot sein, wenn wenigstens einer an mich denkt, wenigstens mein Mörder […]. Dann kann ich wenigstens in aller Ruhe tot sein – – –" (DvdT 163). So endet Beckmanns "wunderschöner Traum", an dessen Ende Beckmann nicht gestorben ist, sondern erwacht und (wieder) allein und unbemerkt zurückbleibt.
    
Beckmanns Traum vom Sterben stellt eine Art Resümee des vorherigen Geschehens dar (vgl. Weiershausen 2017, 234). Alle Dramenfiguren treten nochmals auf; und die kurzen Unterhaltungen, die Beckmann mit jedem einzelnen von ihnen in seinem Traum führt, knüpfen an die (Gesprächs-)Inhalte der vorherigen Stationen an. Diese geträumten Wiederbegegnungen unterscheiden sich in einem Punkt von den 'realen' Begegnung davor: Beckmann kommuniziert im Traum sehr viel deutlicher und direkter. Seinen jeweiligen Gesprächspartnern wirft er vor, ihn durch ihr ablehnendes Verhalten und ihre Zurückweisung in den Selbstmord getrieben zu haben und damit zu seinen Mördern geworden zu sein.
 
Beckmanns Traum vom Sterben stellt eine Art Resümee des vorherigen Geschehens dar (vgl. Weiershausen 2017, 234). Alle Dramenfiguren treten nochmals auf; und die kurzen Unterhaltungen, die Beckmann mit jedem einzelnen von ihnen in seinem Traum führt, knüpfen an die (Gesprächs-)Inhalte der vorherigen Stationen an. Diese geträumten Wiederbegegnungen unterscheiden sich in einem Punkt von den 'realen' Begegnung davor: Beckmann kommuniziert im Traum sehr viel deutlicher und direkter. Seinen jeweiligen Gesprächspartnern wirft er vor, ihn durch ihr ablehnendes Verhalten und ihre Zurückweisung in den Selbstmord getrieben zu haben und damit zu seinen Mördern geworden zu sein.

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