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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| -  
 
| -  
| Im Traum – es sind nun schon drei bis vier Tage, daß ich ihn träumte, und er verläßt mich nicht – hatte ich eine Landstraße im dunkelsten Dämmerlicht vor mir. […]
+
| „Im Traum – es sind nun schon drei bis vier Tage, daß ich ihn träumte, und er verläßt mich nicht – hatte ich eine Landstraße im dunkelsten Dämmerlicht vor mir. […]
| Ježower 1985, 268-269
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| Ježower 1985, 268 f.
 
| T 9
 
| T 9
 
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| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| -  
 
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| Ich träumte von einer Schülerrevolte. Dabei spielte Sternheim irgendwie eine Rolle, und später referierte er darüber. […]
+
| „Ich träumte von einer Schülerrevolte. Dabei spielte Sternheim irgendwie eine Rolle, und später referierte er darüber. […]
 
| Ježower 1985, 272
 
| Ježower 1985, 272
 
| T 10
 
| T 10
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| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| Ježower, Ignaz: 'Das Buch der Träume' (1928)
 
| -  
 
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| Ich träumte, mit Roethe gehe ich – neugebackener Privatdozent – in kollegialer Unterhaltung durch die weiten Räume eines Museums, dessen Vorsteher er ist. […]
+
| „Ich träumte, mit Roethe gehe ich – neugebackener Privatdozent – in kollegialer Unterhaltung durch die weiten Räume eines Museums, dessen Vorsteher er ist. […]
 
| Ježower 1985, 272
 
| Ježower 1985, 272
 
| T 11
 
| T 11
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Wegen Umbau geschlossen!
 
| Wegen Umbau geschlossen!
| Im Traum nahm ich mir mit einem Gewehr das Leben. […]
+
| „Im Traum nahm ich mir mit einem Gewehr das Leben. […]
 
| GS IV, 133, auch in: Ježower 1985, 272
 
| GS IV, 133, auch in: Ježower 1985, 272
 
| T 12
 
| T 12
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Halteplatz für nicht mehr als 3 Droschken
 
| Halteplatz für nicht mehr als 3 Droschken
| Ich sah im Traum „ein verrufenes Haus“. „Ein Hotel, in dem ein Tier verwöhnt ist. […]
+
| „Ich sah im Traum ein verrufenes Haus“. „Ein Hotel, in dem ein Tier verwöhnt ist. […]
 
| GS IV, 120
 
| GS IV, 120
 
| T 13
 
| T 13
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Reiseandenken
 
| Reiseandenken
| Himmel – Im Traume trat ich aus einem Hause und erblickte den Nachthimmel. Ein wildes Geglänze ging von ihm aus. […]
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| „Himmel – Im Traume trat ich aus einem Hause und erblickte den Nachthimmel. Ein wildes Geglänze ging von ihm aus. […]
 
| GS IV, 125
 
| GS IV, 125
 
| T 14
 
| T 14
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Unordentliches Kind
 
| Unordentliches Kind
| Jeder Stein, den es findet, jede gepflückte Blume und jeder gefangene Schmetterling ist ihm schon Anfang einer Sammlung, und alles, was es überhaupt besitzt, macht ihm eine einzige Sammlung aus. […]
+
| „Jeder Stein, den es findet, jede gepflückte Blume und jeder gefangene Schmetterling ist ihm schon Anfang einer Sammlung, und alles, was es überhaupt besitzt, macht ihm eine einzige Sammlung aus. […]
 
| GS IV, 115
 
| GS IV, 115
 
| T 15
 
| T 15
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Mexikanische Botschaft
 
| Mexikanische Botschaft
| Mir träumte, als Mitglied einer forschenden Expedition in Mexiko zu sein. […]
+
| „Mir träumte, als Mitglied einer forschenden Expedition in Mexiko zu sein. […]
| GS IV, 91, auch in: Ježower 1985, 270-271
+
| GS IV, 91, auch in: Ježower 1985, 270 f.
 
| T 16
 
| T 16
 
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| Einbahnstraße (1928)
 
| Einbahnstraße (1928)
 
| Tiefbau-Arbeiten
 
| Tiefbau-Arbeiten
| Im Traum sah ich ein ödes Gelände. Das war der Marktplatz von Weimar. […]
+
| „Im Traum sah ich ein ödes Gelände. Das war der Marktplatz von Weimar. […]
 
| GS IV, 101, auch in: Ježower 1985, 271
 
| GS IV, 101, auch in: Ježower 1985, 271
 
| T 17
 
| T 17
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| Nr. 113
 
| Nr. 113
 
| Souterrain. Wir haben längst das Ritual vergessen, unter dem das Haus unseres Lebens aufgeführt wurde. […] Vestibül. Besuch im Goethehaus. […] Speisesaal. In einem Traume sah ich mich in Goethes Arbeitszimmer. […]
 
| Souterrain. Wir haben längst das Ritual vergessen, unter dem das Haus unseres Lebens aufgeführt wurde. […] Vestibül. Besuch im Goethehaus. […] Speisesaal. In einem Traume sah ich mich in Goethes Arbeitszimmer. […]
| GS IV, 86-87, zweiter („Besuch im Goethehaus“) und dritter Teil („Goethes Arbeitszimmer“) jeweils separat auch in: Ježower 1985, 271, dort allerdings umgekehrt angeordnet.
+
| GS IV, 86 f., zweiter („Besuch im Goethehaus“) und dritter Teil („Goethes Arbeitszimmer“) jeweils separat auch in: Ježower 1985, 271, dort allerdings umgekehrt angeordnet.
 
| T 18 f.
 
| T 18 f.
 
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| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| -
 
| -
| Das Elend konnte in diesen Räumen keine Stelle haben, in welchen ja nicht einmal der Tod sie hatte. […]
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| „Das Elend konnte in diesen Räumen keine Stelle haben, in welchen ja nicht einmal der Tod sie hatte. […]
 
| GS VI, 501
 
| GS VI, 501
 
| T 20
 
| T 20
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| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| Ein Gespenst
 
| Ein Gespenst
| Den ganzen Tag hatte ich ein Geheimnis für mich behalten: nämlich den Traum der letztvergangnen Nacht. […]
+
| „Den ganzen Tag hatte ich ein Geheimnis für mich behalten: nämlich den Traum der letztvergangnen Nacht. […]
| GS VI, 513-514
+
| GS VI, 513 f.
 
| T 21 f.
 
| T 21 f.
 
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| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| 'Berliner Chronik' (1932)  
 
| Ein Gespenst
 
| Ein Gespenst
| Es war ein Abend meines siebenten oder achten Jahres vor unserer babelsberger Sommerwohnung. Eins unserer Mädchen steht noch eine Weile am Gittertor, das auf, ich weiß nicht welche, Allee herausführt. […]
+
| „Es war ein Abend meines siebenten oder achten Jahres vor unserer babelsberger Sommerwohnung. Eins unserer Mädchen steht noch eine Weile am Gittertor, das auf, ich weiß nicht welche, Allee herausführt. […]
 
| GS IV, 278-280
 
| GS IV, 278-280
 
| T 23-25
 
| T 23-25
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| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Ein Weihnachtslied
 
| Ein Weihnachtslied
| Von allen diesen Liedern liebte ich am meisten ein Weihnachtslied, das jedesmal mich mit dem Troste für noch nicht erfahrenes, doch erstmals nun geahntes Leid erfüllte, das einzig die Musik uns geben kann. […]
+
| „Von allen diesen Liedern liebte ich am meisten ein Weihnachtslied, das jedesmal mich mit dem Troste für noch nicht erfahrenes, doch erstmals nun geahntes Leid erfüllte, das einzig die Musik uns geben kann. […]
 
| zuvor unpubliziertes Manuskript (WBA Ms 904)
 
| zuvor unpubliziertes Manuskript (WBA Ms 904)
 
| T 26
 
| T 26
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| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Schmöker
 
| Schmöker
| […] Das Buch lag auf dem viel zu hohen Tisch. Beim Lesen hielt ich mir die Ohren zu. So lautlos hatte ich doch schon einmal erzählen hören. […]
+
| […] Das Buch lag auf dem viel zu hohen Tisch. Beim Lesen hielt ich mir die Ohren zu. So lautlos hatte ich doch schon einmal erzählen hören. […]
| GS IV, (274-) 275
+
| GS IV, 274 f.
 
| T 27 f.
 
| T 27 f.
 
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| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Der Mond
 
| Der Mond
| Weltis Mondnacht. In einer breiten Woge, die von Urzeit her anzustehn schien, brandete das Land vor dem Fenster. […]
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| „Weltis Mondnacht. In einer breiten Woge, die von Urzeit her anzustehn schien, brandete das Land vor dem Fenster. […]
 
| zuvor nicht publiziertes Manuskript (WBA Ms 911 und 911v)
 
| zuvor nicht publiziertes Manuskript (WBA Ms 911 und 911v)
 
| T 29-32
 
| T 29-32
Zeile 157: Zeile 157:  
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Der Mond
 
| Der Mond
| Das Licht, welches vom Mond herunterfließt, gilt nicht dem Schauplatz unseres Tagesdaseins. Der Umkreis, den es zweifelhaft erhellt, scheint einer Gegen- oder Nebenerde zu gehören. […]
+
| „Das Licht, welches vom Mond herunterfließt, gilt nicht dem Schauplatz unseres Tagesdaseins. Der Umkreis, den es zweifelhaft erhellt, scheint einer Gegen- oder Nebenerde zu gehören. […]
 
| GS IV, 300-302
 
| GS IV, 300-302
 
| T 33-36
 
| T 33-36
Zeile 164: Zeile 164:  
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Abreise und Rückkehr
 
| Abreise und Rückkehr
| Der Lichtstreif unter der Schlafzimmertür, am Vorabend, wenn die andern noch auf waren, – war er nicht das erste Reisesignal? […]
+
| „Der Lichtstreif unter der Schlafzimmertür, am Vorabend, wenn die andern noch auf waren, – war er nicht das erste Reisesignal? […]
| GS IV, 245-246
+
| GS IV, 245 f.
 
| T 37
 
| T 37
 
|-
 
|-
Zeile 171: Zeile 171:  
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| 'Berliner Kindheit' (1933-1938)
 
| Unglücksfälle und Verbrechen
 
| Unglücksfälle und Verbrechen
| […] Für das Unglück war überall vorgesorgt; die Stadt und ich hätten es weich gebettet, aber nirgends ließ es sich sehn. […]
+
| […] Für das Unglück war überall vorgesorgt; die Stadt und ich hätten es weich gebettet, aber nirgends ließ es sich sehn. […]
| GS IV, 292-293
+
| GS IV, 292 f.
 
| T 38 f.
 
| T 38 f.
 
|-
 
|-
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| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Enkel
 
| Der Enkel
| Man hatte eine Fahrt zur Großmutter beschlossen. Sie ging in einer Droschke vor sich. […]
+
| „Man hatte eine Fahrt zur Großmutter beschlossen. Sie ging in einer Droschke vor sich. […]
| GS IV, 420-421
+
| GS IV, 420 f.
 
| T 40 f.
 
| T 40 f.
 
|-
 
|-
Zeile 185: Zeile 185:  
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Seher
 
| Der Seher
| Oberhalb einer Großstadt. Römische Arena. Des Nachts. Ein Wagenrennen findet statt, es handelt sich – wie ein dunkles Bewußtsein mir sagte – um Christus. […]
+
| „Oberhalb einer Großstadt. Römische Arena. Des Nachts. Ein Wagenrennen findet statt, es handelt sich – wie ein dunkles Bewußtsein mir sagte – um Christus. […]
| GS IV, 421-422, auch in: Ježower 1985, 269
+
| GS IV, 421 f., auch in: Ježower 1985, 269
 
| Benjamin 2008, 42
 
| Benjamin 2008, 42
 
|-
 
|-
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| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Liebhaber
 
| Der Liebhaber
| Mit der Freundin war ich unterwegs, es war ein Mittelding zwischen Bergwanderung und Spaziergang, das wir unternommen hatten, und nun näherten wir uns dem Gipfel. […]
+
| „Mit der Freundin war ich unterwegs, es war ein Mittelding zwischen Bergwanderung und Spaziergang, das wir unternommen hatten, und nun näherten wir uns dem Gipfel. […]
 
| GS IV, 422
 
| GS IV, 422
 
| T 43
 
| T 43
Zeile 199: Zeile 199:  
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Wissende
 
| Der Wissende
| Ich sehe mich im Warenhaus Wertheim vor einem flachen Schächtelchen mit Holzfiguren, zum Beispiel einem Schäfchen, genau wie die Tiere der Arche Noah gebildet. […]
+
| „Ich sehe mich im Warenhaus Wertheim vor einem flachen Schächtelchen mit Holzfiguren, zum Beispiel einem Schäfchen, genau wie die Tiere der Arche Noah gebildet. […]
| GS IV, 422-423
+
| GS IV, 422 f.
 
| T 44 f.
 
| T 44 f.
 
|-
 
|-
Zeile 206: Zeile 206:  
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Verschwiegene
 
| Der Verschwiegene
| Da ich im Traume wußte, nun müsse ich bald Italien verlassen, fuhr ich von Capri nach Positano hinüber. […]
+
| „Da ich im Traume wußte, nun müsse ich bald Italien verlassen, fuhr ich von Capri nach Positano hinüber. […]
| GS IV, 423-424, auch in: Ježower 1985, 269-270
+
| GS IV, 423 f., auch in: Ježower 1985, 269 f.
 
| T 46 f.
 
| T 46 f.
 
|-
 
|-
Zeile 213: Zeile 213:  
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| 'Selbstbildnisse des Träumenden' (1932/33)
 
| Der Chronist
 
| Der Chronist
| Der Kaiser stand vor Gericht. Es gab aber nur ein Podium, auf dem ein Tisch stand, und vor diesem Tisch wurden die Zeugen vernommen. […]
+
| „Der Kaiser stand vor Gericht. Es gab aber nur ein Podium, auf dem ein Tisch stand, und vor diesem Tisch wurden die Zeugen vernommen. […]
| GS IV, 424-425
+
| GS IV, 424 f.
 
| T 48
 
| T 48
 
|-
 
|-
Zeile 220: Zeile 220:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Zu nahe
 
| Zu nahe
| Im Traum am linken Seine-Ufer vor Notre Dame. Da stand ich, aber da war nichts, was Notre Dame glich. […]
+
| „Im Traum am linken Seine-Ufer vor Notre Dame. Da stand ich, aber da war nichts, was Notre Dame glich. […]
 
| GS IV, 370; Kurze Schatten 1929
 
| GS IV, 370; Kurze Schatten 1929
 
| T 49
 
| T 49
Zeile 227: Zeile 227:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| -
 
| -
| Ein Traum aus der ersten oder zweiten Nacht meines Aufenthalts in Ibiza: Ich ging spät abends nach Hause – es war eigentlich nicht mein Haus, vielmehr ein prächtiges Mietshaus, in welches ich, träumend, Seligmanns einlogiert hatte. […]
+
| „Ein Traum aus der ersten oder zweiten Nacht meines Aufenthalts in Ibiza: Ich ging spät abends nach Hause – es war eigentlich nicht mein Haus, vielmehr ein prächtiges Mietshaus, in welches ich, träumend, Seligmanns einlogiert hatte. […]
 
| GS VI, 447; Tagebuch Ibiza Sommer 1932
 
| GS VI, 447; Tagebuch Ibiza Sommer 1932
 
| T 50
 
| T 50
Zeile 234: Zeile 234:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| -
 
| -
| Noch ein Traum (dieser in Berlin, einige Zeit vor der Reise). Mit Jula war ich unterwegs, es war ein Mittelding zwischen Bergwanderung und Spaziergang, das wir unternommen hatten und nun näherten wir uns dem Gipfel. […]
+
| „Noch ein Traum (dieser in Berlin, einige Zeit vor der Reise). Mit Jula war ich unterwegs, es war ein Mittelding zwischen Bergwanderung und Spaziergang, das wir unternommen hatten und nun näherten wir uns dem Gipfel. […]
| GS VI, 447-448; Tagebuch Ibiza Sommer 1932
+
| GS VI, 447 f.; Tagebuch Ibiza Sommer 1932
 
| T 51
 
| T 51
 
|-
 
|-
Zeile 241: Zeile 241:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Traum
 
| Traum
| O…s zeigten mir ihr Haus in Niederländisch-Indien. Das Zimmer, in dem ich mich befand, war mit dunklem Holz getäfelt und erweckte den Eindruck von Wohlstand. […]
+
| „O…s zeigten mir ihr Haus in Niederländisch-Indien. Das Zimmer, in dem ich mich befand, war mit dunklem Holz getäfelt und erweckte den Eindruck von Wohlstand. […]
| GS IV, 429-430; 1933
+
| GS IV, 429 f.; 1933
 
| T 52
 
| T 52
 
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|-
Zeile 248: Zeile 248:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Traum
 
| Traum
| Berlin; ich saß in einer Kutsche in höchst zweideutiger Mädchengesellschaft. Plötzlich verfinsterte sich der Himmel. […]
+
| „Berlin; ich saß in einer Kutsche in höchst zweideutiger Mädchengesellschaft. Plötzlich verfinsterte sich der Himmel. […]
| GS IV, 430-431; 1933
+
| GS IV, 430 f.; 1933
 
| T 53 f.
 
| T 53 f.
 
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|-
Zeile 255: Zeile 255:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Noch einmal
 
| Noch einmal
| Ich war im Traum im Landerziehungsheim Haubinda, wo ich aufgewachsen bin. Das Schulhaus lag in meinem Rücken und ich ging im Wald, der einsam war, nach Streufdorf zu. […]
+
| „Ich war im Traum im Landerziehungsheim Haubinda, wo ich aufgewachsen bin. Das Schulhaus lag in meinem Rücken und ich ging im Wald, der einsam war, nach Streufdorf zu. […]
 
| GS IV, 435; ca. 1933
 
| GS IV, 435; ca. 1933
 
| T 55
 
| T 55
Zeile 262: Zeile 262:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Brief an Toet Blaupot ten Cate
 
| Brief an Toet Blaupot ten Cate
| […] Sie sehen, auch mein Sommer stellt einen bedeutenden Kontrast gegen den letzten dar. Damals konnte ich – wie das meist der Ausdruck eines ganz erfüllten Daseins ist – nicht früh genug aufstehen. […]
+
| […] Sie sehen, auch mein Sommer stellt einen bedeutenden Kontrast gegen den letzten dar. Damals konnte ich – wie das meist der Ausdruck eines ganz erfüllten Daseins ist – nicht früh genug aufstehen. […]
 
| GS VI, 812; 1934
 
| GS VI, 812; 1934
 
| T 56
 
| T 56
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| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| -
 
| -
| 6 März [1938] In den letzten Nächten habe ich Träume, die meinem Tag tief eingeprägt bleiben. Heute nacht war ich im Traum einmal in Gesellschaft. […]
+
| „6 März [1938] In den letzten Nächten habe ich Träume, die meinem Tag tief eingeprägt bleiben. Heute nacht war ich im Traum einmal in Gesellschaft. […]
| GS VI, 532-533
+
| GS VI, 532 f.
 
| T 57 f.
 
| T 57 f.
 
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Zeile 276: Zeile 276:  
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| -
 
| -
| 28 Juni [1938] Ich befand mich in einem Labyrinth von Treppen. Dieses Labyrinth war nicht an allen Stellen gedeckt. […]
+
| „28 Juni [1938] Ich befand mich in einem Labyrinth von Treppen. Dieses Labyrinth war nicht an allen Stellen gedeckt. […]
| GS VI, 533-534
+
| GS VI, 533 f.
 
| T 59
 
| T 59
 
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| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| 'Einzelne Träume' (1929-1939)
 
| Rêve du 11/12 octobre 1939 – Brief an Gretel Adorno
 
| Rêve du 11/12 octobre 1939 – Brief an Gretel Adorno
| ma très chère, j’ai fait cette nuit sur la paille un rêve d‘une beauté telle que je ne résiste pas à l’envie de la raconter à toi. Il y a si peu de choses belles, voire agréables, dont je puis t’entretenir. […]
+
| „ma très chère, j’ai fait cette nuit sur la paille un rêve d‘une beauté telle que je ne résiste pas à l’envie de la raconter à toi. Il y a si peu de choses belles, voire agréables, dont je puis t’entretenir. […]
Meine Teuerste, ich hatte gestern nacht auf dem dürftigen Strohbett einen Traum von solcher Schönheit, daß ich dem Wunsch nicht widerstehen kann, ihn Dir zu erzählen. Es gibt ja sonst so wenig schöne, wenigstens erfreuliche Sachen, über die ich mit Dir reden könnte. […]
+
„Meine Teuerste, ich hatte gestern nacht auf dem dürftigen Strohbett einen Traum von solcher Schönheit, daß ich dem Wunsch nicht widerstehen kann, ihn Dir zu erzählen. Es gibt ja sonst so wenig schöne, wenigstens erfreuliche Sachen, über die ich mit Dir reden könnte. […]
 
| Adorno und Benjamin 2005, 390-393; ein Ausschnitt des Traums in französischer Sprache auch in: GS VI, 540-542
 
| Adorno und Benjamin 2005, 390-393; ein Ausschnitt des Traums in französischer Sprache auch in: GS VI, 540-542
 
| T 60-66
 
| T 60-66
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==Themen und Motive==
 
==Themen und Motive==
Das inhaltliche Spektrum der aufgezeichneten Träume Benjamins ist relativ breit und die präsentierte Sammlung weist nur wenige wiederkehrende Traummotive auf. Zuweilen handelt es sich bei den Traumaufzeichnungen nur um kurze Traumszenen, manchmal um längere Traumerzählungen, in denen heitere Trauminhalte, Alp- oder Angstträume, ein Traum vom eigenen Selbstmord mit einem Gewehr (Nr. 4 in der Liste oben), Träume, in denen Wortwitze oder ungewöhnliche Wortbildungen eine Rolle spielen (z.B. Nr. 3, Nr. 5, Nr. 9), Träume vom Mond und den Sternen (z.B. Nr. 6, Nr. 16, Nr. 17) oder auch libidinösen Trauminhalte (z.B. in Nr. 27, Nr. 28, Nr. 33) eine Rolle spielen und die häufig auf den Augenblick des Erwachens ausgerichtet erscheinen (Lindner in Benjamin 2008b, 145). Das Erwachen aus dem Traum spielt bei Benjamin eine bedeutende Rolle und dient sowohl der Gewinnung von Erkenntnissen über die „Wachwelt“ als auch über den Traum, der insbesondere „Gewesenes“ reflektiert (Goebel 2007, 588) und somit eine „geschichtliche Struktur“ darstellt (Maeding 2012, 13). Lindner spricht hier vom „Auftauchen von Erinnerungen, über die das bewußte Ich nicht verfügt, im Traum selbst“ (Lindner in Benjamin 2008b, 146). Dazu schreibt Benjamin z.B. in seinem „Passagen-Werk“: „Das Jetzt der Erkennbarkeit ist der Augenblick des Erwachens“ (GS V, 608). Benjamins Traumaufzeichnungen sind geprägt von seiner Absicht, „die Besonderheit und den Geheimnischarakter des Traums“ zu bewahren, weshalb er auch keine Selbstanalysen oder Analysen der Traumbotschaften mitliefert und die Träume somit häufig „rätselhaft“ bleiben. Aus diesem Grund sperren sie sich tendenziell auch gegen Versuche psychoanalytischer Annäherungen (Lindner in Benjamin 2008b, 144). Lindner stellt allerdings verschiedene Phänomene und Entwicklungen innerhalb des Korpus von Benjamins Traumaufzeichnungen fest, die interessante Rückschlüsse oder Deutungen bezüglich seiner eigenen Entwicklung zulassen, gleichzeitig spannende Frage aufwerfen. So zeigt sich z.B. dass „die Träume aus der ‚Berliner Kindheit‘ und der ‚Berliner Chronik‘ zumeist in der Räumlichkeit der Elternwohnung oder der Schule angesiedelt sind“, während sich „die späteren Träume oftmals auf der Straße oder im Freien“ abspielen, oder dass Benjamin über den Zeitraum der Aufzeichnung seiner Träume (1928-1939) trotz des zunehmenden Einflusses des Nationalsozialismus in Deutschland bzw. schließlich der herrschenden NS-Diktatur in den vorhandenen Traumaufzeichnungen kaum auf die politische Lage eingeht (Lindner T 145 f.).
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Das inhaltliche Spektrum der aufgezeichneten Träume Benjamins ist relativ breit und die präsentierte Sammlung weist nur wenige wiederkehrende Traummotive auf. Zuweilen handelt es sich bei den Traumaufzeichnungen nur um kurze Traumszenen, manchmal um längere Traumerzählungen, in denen heitere Trauminhalte, Alp- oder Angstträume, ein Traum vom eigenen Selbstmord mit einem Gewehr (Nr. 4 in der Liste oben), Träume, in denen Wortwitze oder ungewöhnliche Wortbildungen eine Rolle spielen (z.B. Nr. 3, Nr. 5, Nr. 9), Träume vom Mond und den Sternen (z.B. Nr. 6, Nr. 16, Nr. 17) oder auch libidinösen Trauminhalte (z.B. in Nr. 27, Nr. 28, Nr. 33) eine Rolle spielen und die häufig auf den Augenblick des Erwachens ausgerichtet erscheinen (Lindner, T 145). Das Erwachen aus dem Traum spielt bei Benjamin eine bedeutende Rolle und dient sowohl der Gewinnung von Erkenntnissen über die „Wachwelt“ als auch über den Traum, der insbesondere „Gewesenes“ reflektiert (Goebel 2007, 588) und somit eine „geschichtliche Struktur“ darstellt (Maeding 2012, 13). Lindner spricht hier vom „Auftauchen von Erinnerungen, über die das bewußte Ich nicht verfügt, im Traum selbst“ (Lindner, T 146). Dazu schreibt Benjamin z.B. in seinem „Passagen-Werk“: „Das Jetzt der Erkennbarkeit ist der Augenblick des Erwachens“ (GS V, 608). Benjamins Traumaufzeichnungen sind geprägt von seiner Absicht, „die Besonderheit und den Geheimnischarakter des Traums“ zu bewahren, weshalb er auch keine Selbstanalysen oder Analysen der Traumbotschaften mitliefert und die Träume somit häufig „rätselhaft“ bleiben. Aus diesem Grund sperren sie sich tendenziell auch gegen Versuche psychoanalytischer Annäherungen (Lindner, T 144). Lindner stellt allerdings verschiedene Phänomene und Entwicklungen innerhalb des Korpus von Benjamins Traumaufzeichnungen fest, die interessante Rückschlüsse oder Deutungen bezüglich seiner eigenen Entwicklung zulassen, gleichzeitig spannende Frage aufwerfen. So zeigt sich z.B. dass „die Träume aus der ‚Berliner Kindheit‘ und der ‚Berliner Chronik‘ zumeist in der Räumlichkeit der Elternwohnung oder der Schule angesiedelt sind“, während sich „die späteren Träume oftmals auf der Straße oder im Freien“ abspielen, oder dass Benjamin über den Zeitraum der Aufzeichnung seiner Träume (1928-1939) trotz des zunehmenden Einflusses des Nationalsozialismus in Deutschland bzw. schließlich der herrschenden NS-Diktatur in den vorhandenen Traumaufzeichnungen kaum auf die politische Lage eingeht (Lindner, T 145 f.).
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Offensichtlich ist, dass verschiedene Motive in Benjamins Traumaufzeichnungen zuweilen durch Biographisches bzw. Privates geprägt sind. Vor dem Hintergrund seines Engagements in der damaligen Jugendbewegung beschreibt er z.B. den Traum von einer Schülerrevolte (Nr. 2). Eine weitere Traumaufzeichnung berichtet von einem Spaziergang in der Gegend des Ortes Haubinda in Thüringen, in der er einen Teil seiner Schulzeit verbrachte (Nr. 31). Auch die Traumaufzeichnung „Das Gespenst“ (Nr. 12 und Nr. 13, verschiedene Versionen mit alternativen Enden) hat einen direkten autobiographischen Hintergrund. In Bezug auf die letztgenannte Traumaufzeichnung lässt sich ein bedeutendes Motiv identifizieren, der 'Traumverrat' (Abschnitt 1). Dieser Traum stammt aus Benjamins Kindheit und erzählt vom nächtlichen Besuch eines Gespenstes, das Gegenstände im Elternschlafzimmer der Familie Benjamin stiehlt, und von einem am nächsten Tag stattfindenden Einbruch einer „vielköpfigen Einbrecherbande“ in das Haus der Familie Benjamins (Lindner in Benjamin 2008b, 143). Während das Traum-Ich in der ersten Fassung (Nr. 12) stolz ist auf seinen Traum mit prophetischem Charakter und die Möglichkeit, ihn zu erzählen („Es machte mich stolz, daß man mich über die Ereignisse des Vorabends ausfragte […]. Noch stolzer aber machte mich die Frage, warum ich meinen Traum, den ich als Prophezeiung, natürlich nun zum besten gab, verschwiegen hätte.“ (Benjamin 2008, 22), so wird am Ende der zweiten Version (Nr. 13) der Schrecken des Traum-Ichs über den 'Verrat' des eigenen Traumes deutlich: „Auch mich verwickelte man in den Vorfall. Zwar wußte ich nichts über das Verhalten des Mädchens, das am Abend vor dem Gittertor gestanden hatte; aber der Traum der vorvergangenen Nacht schuf mir Gehör. Wie Blaubarts Frau, so schlich die Neugier sich in seine abgelegene Kammer. Und noch im Sprechen merkte ich mit Schrecken, daß ich ihn nie hätte erzählen dürfen“ (T 24 f.).
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Offensichtlich ist, dass verschiedene Motive in Benjamins Traumaufzeichnungen zuweilen durch Biographisches bzw. Privates geprägt sind. Vor dem Hintergrund seines Engagements in der damaligen Jugendbewegung beschreibt er z.B. den Traum von einer Schülerrevolte (Nr. 2). Eine weitere Traumaufzeichnung berichtet von einem Spaziergang in der Gegend des Ortes Haubinda in Thüringen, in der er einen Teil seiner Schulzeit verbrachte (Nr. 31). Auch die Traumaufzeichnung „Das Gespenst“ (Nr. 12 und Nr. 13, verschiedene Versionen mit alternativen Enden) hat einen direkten autobiographischen Hintergrund. In Bezug auf die letztgenannte Traumaufzeichnung lässt sich ein bedeutendes Motiv identifizieren, der 'Traumverrat' (Abschnitt 1). Dieser Traum stammt aus Benjamins Kindheit und erzählt vom nächtlichen Besuch eines Gespenstes, das Gegenstände im Elternschlafzimmer der Familie Benjamin stiehlt, und von einem am nächsten Tag stattfindenden Einbruch einer „vielköpfigen Einbrecherbande“ in das Haus der Familie Benjamins (Lindner, T 143). Während das Traum-Ich in der ersten Fassung (Nr. 12) stolz ist auf seinen Traum mit prophetischem Charakter und die Möglichkeit, ihn zu erzählen („Es machte mich stolz, daß man mich über die Ereignisse des Vorabends ausfragte […]. Noch stolzer aber machte mich die Frage, warum ich meinen Traum, den ich als Prophezeiung, natürlich nun zum besten gab, verschwiegen hätte“ (T 22), so wird am Ende der zweiten Version (Nr. 13) der Schrecken des Traum-Ichs über den 'Verrat' des eigenen Traumes deutlich: „Auch mich verwickelte man in den Vorfall. Zwar wußte ich nichts über das Verhalten des Mädchens, das am Abend vor dem Gittertor gestanden hatte; aber der Traum der vorvergangenen Nacht schuf mir Gehör. Wie Blaubarts Frau, so schlich die Neugier sich in seine abgelegene Kammer. Und noch im Sprechen merkte ich mit Schrecken, daß ich ihn nie hätte erzählen dürfen“ (T 24 f.).
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Darüber hinaus ist auch die Begegnung des Träumenden mit sich selbst im Traum von großer Bedeutung bei Benjamin, da der Traum „prägnante Bilder des Selbst erzeugen und das Dunkel des Ichs blitzartig aufhellen“ kann (Lindner in Benjamin 2008b, 148). Benjamin hat in der Sammlung „Selbstbildnisse des Träumenden“ im Traum auftretende Charakterzüge des Traum-Ichs bildhaft beschrieben und in den jeweiligen Träumen mit entsprechenden Überschriften versehen, die den Charakter hervorheben bzw. präzise bezeichnen: der Enkel, der Seher, der Liebhaber, der Wissende, der Verschwiegene und der Chronist (Nr. 20-25).
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Darüber hinaus ist auch die Begegnung des Träumenden mit sich selbst im Traum von großer Bedeutung bei Benjamin, da der Traum „prägnante Bilder des Selbst erzeugen und das Dunkel des Ichs blitzartig aufhellen“ kann (Lindner, T 148). Benjamin hat in der Sammlung „Selbstbildnisse des Träumenden“ im Traum auftretende Charakterzüge des Traum-Ichs bildhaft beschrieben und in den jeweiligen Träumen mit entsprechenden Überschriften versehen, die den Charakter hervorheben bzw. präzise bezeichnen: der Enkel, der Seher, der Liebhaber, der Wissende, der Verschwiegene und der Chronist (Nr. 20-25).
    
Benjamins Traumaufzeichnungen haben in erheblichem Maße seine traumtheoretischen Reflexionen geprägt, die von Burkhardt Lindner als der zweite Teil des herausgegebenen Bandes „Träume“ unter dem Titel „Über die Traumwahrnehmung. Erwachen und Traum“ zusammengestellt wurden. Diese reichen von „kurzen Aphorismen über größere Darlegungen zur Traumliteratur und zur Geschichte des Traums bis zur politischen Konzeption des ‚Traumkollektivs‘ und seines Erwachens“. Obwohl sich bisher nur wenige Arbeiten dediziert und ausführlich mit Benjamins Traumaufzeichnungen auseinandersetzen, bergen diese interessante Deutungs-, Interpretations- und Erkenntnispotentiale nicht nur für die weitere Benjamin-Forschung. Auch für die kulturwissenschaftlich orientierte Traumforschung im Allgemeinen und die Erforschung traumbezogener Literatur des späten 19. und des 20. Jahrhunderts können Benjamins Aufzeichnungen spannende Ansatzpunkte und Perspektiven bieten.
 
Benjamins Traumaufzeichnungen haben in erheblichem Maße seine traumtheoretischen Reflexionen geprägt, die von Burkhardt Lindner als der zweite Teil des herausgegebenen Bandes „Träume“ unter dem Titel „Über die Traumwahrnehmung. Erwachen und Traum“ zusammengestellt wurden. Diese reichen von „kurzen Aphorismen über größere Darlegungen zur Traumliteratur und zur Geschichte des Traums bis zur politischen Konzeption des ‚Traumkollektivs‘ und seines Erwachens“. Obwohl sich bisher nur wenige Arbeiten dediziert und ausführlich mit Benjamins Traumaufzeichnungen auseinandersetzen, bergen diese interessante Deutungs-, Interpretations- und Erkenntnispotentiale nicht nur für die weitere Benjamin-Forschung. Auch für die kulturwissenschaftlich orientierte Traumforschung im Allgemeinen und die Erforschung traumbezogener Literatur des späten 19. und des 20. Jahrhunderts können Benjamins Aufzeichnungen spannende Ansatzpunkte und Perspektiven bieten.
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<div style="text-align: right;">[[Autoren|Constantin Houy]]</div>
 
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