"Das Dritte Reich des Traums" (Charlotte Beradt)

Aus Lexikon Traumkultur

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Das Dritte Reich des Traums ist eine Sammlung von ca. 50 Traumberichten und zahlreichen weiteren, seriell bzw. in Variationen wiedergegebenen Träumen mit politischer Dimension, welche die Journalistin Charlotte Beradt zwischen 1933 und 1939 aufzeichnet und später im Exil publiziert. Die ursprünglich ca. 300 Traumprotokolle von Träumern unterschiedlichen Alters, Glaubens, Geschlechts, Berufs und sozialer Schicht können als „seismographische Aufzeichnungen“ des beginnenden nationalsozialistischen Terrors gelten (Lux 2008, 12 nach Beradt 1981, 10). Sie dokumentieren anhand eindrücklicher Traumbilder, Traumsituationen und Traumereignisse, wie die Nazi-Ideologie zunehmend in die Wahrnehmung des einzelnen Individuums eindringt. Die erzählten Träume erweisen sich als verlängerter Arm des Regimes und zugleich als Erkenntnismedium der Struktur totalitärer Herrschaft (vgl. Koselleck in Beradt 1981, 127).


Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption

Das Werk der Publizistin Charlotte Beradt, geboren am 7. Dezember 1907 in Forst in der Lausitz, gestorben am 15. Mai 1986 im Exil in New York, umfasst unter anderem eine Biographie des Politikers Paul Levi, die Übersetzung mehrerer politischer Essays von Hannah Arendt aus dem Amerikanischen ins Deutsche sowie die Herausgabe der Briefe Rosa Luxemburgs an ihre Freundin Mathilde Jacob. Bekannt ist die Journalistin aus jüdischer Familie, die in den 1920er und 30er Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands ist, heute jedoch vor allem für ihre Sammlung politischer Träume, die sie zwischen 1933 und 1939 aufzeichnet und später unter dem Titel Das Dritte Reich des Traums publiziert. Ab 1933 aufgrund einer Denunziation vorübergehend inhaftiert und unmittelbar darauf mit einem Berufsverbot belegt (Steuwer 2017, 534), befragt Beradt seit Beginn der Machtergreifung Hitlers Bekannte, Freunde und weitere Personen in ihrem Umfeld nach deren politischen Träumen, notiert diese in verschlüsselter Form, versteckt sie und schickt sie schließlich ins Ausland, bevor sie mit ihrem Ehemann 1938 über London nach New York ins Exil flieht, wo sie ab 1939 bis zu ihrem Tode bleibt (vgl. Bulkeley 1994, 115).

1943 publiziert sie auf Anraten von Karl Otten in der Zeitschrift Free World den Essay „Dreams under Dictatorship“, in dem sie einen Teil des gesammelten Materials zum ersten Mal für eine öffentliche Leserschaft aufbereitet und kommentiert (vgl. Hahn in Beradt 2016, 148-150). Mit einem Abstand von 20 Jahren wird es im Rahmen einer Radiosendung des Westdeutschen Rundfunks zum ersten Mal auch in Deutschland zugänglich gemacht (Beradt 1963). 1966 gibt der Münchner Nymphenburg Verlag eine ausführliche, in elf Kapitel unterteilte Version der Traumsammlung heraus (Beradt 1966), die 1981 und 1994 vom Suhrkamp Verlag wieder aufgelegt und von Reinhart Koselleck mit einem Nachwort versehen wird (Beradt 1981 und 1994). Seitdem gilt die mittlerweile in mehrere Sprachen übersetze Sammlung der Traumaufzeichnungen (u.a. Beradt 1968, Beradt 1991, Beradt 2002), die Beradt als „kleine[n] Beitrag zur Geschichte des Totalitarismus“ versteht (zit. nach Hahn in Beradt 2016, 149), als bedeutsame Quelle zur Erforschung der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus (vgl. Steuwer 2017, 536 u. 539) und als eindrücklicher Einblick in die Mechanismen und Strategien zur Durchsetzung totalitärer Herrschaft (z.B. Bettelheim in Beradt 1968, 167).

In einem literaturwissenschaftlichen Kontext ist die Sammlung insofern von Bedeutung, als die Traumaufzeichnungen von der Herausgeberin nicht nur programmatisch in einen literarischen Kontext eingebettet werden, sondern aufgrund ihrer eigenen literarischen Qualitäten gerade den Modus fiktionaler, ästhetischer Auseinandersetzung mit der politischen Wirklichkeit als Zugangsmöglichkeit zu den nicht realistisch darstellbaren Dimensionen der Realitätserfahrung vor Augen führen (vgl. Schmidt-Hannisa 2011, 121). Darüber hinaus dienen Beradts Traumprotokolle bis heute als Inspirationsquelle für zahlreiche spätere Beschäftigungen mit dem Verhältnis von Traum und Politik, insbesondere für Überlegungen zum Einfluss politischer Gewalt auf individuelle Erfahrungswelten und subjektive Wahrnehmungsmuster. So finden sich einige der von Beradt notierten Träume, die mittlerweile eine besondere Bekanntheit erlangt haben, in Durs Grünbeins autobiographischem „Kaleidoskop“ Die Jahre im Zoo (Grünbein 2015). Sie bilden ferner den Ausgangspunkt für das von W. Gordon Lawrence entwickelte Konzept des „Social Dreaming“ (Lawrence 2003; Bain 2007), für Kulturprojekte wie die Theaterperformance Die Träume von uns der Gruppe Helfersyndrom (Helfersyndrom 2015) oder für die philosophisch-ästhetische Auseinandersetzung mit eigenen Träumen, wie sie Elisabeth Lenk vornimmt, die in Die unbewusste Gesellschaft den Traum in seiner spezifisch ästhetischen Form gegen die Reduktion auf Trauminhalte durch ihre Deuter verteidigt (Lenk 1983). Auch Georges Didi-Hubermans kunstphilosophische Perspektive auf Benjamin und Agamben widmet sich den von Beradt aufgezeichneten Kollektiv-Träumen: Er sieht in ihnen ein geheimes Wissen in Bildern aufgehoben, dessen widerständiges ästhetisches Potenzial er in besonderem Maße hervorhebt (Didi-Huberman 2009, 117 u. 118).

Nachdem Das Dritte Reich des Traums über lange Zeit hinweg vergriffen war, gab Barbara Hahn im Jahre 2016 eine Neuauflage heraus, in der sich auch erstmals eine von der Herausgeberin verfasste Übersetzung des 1943 in Free World publizierten Essays findet (Hahn in Beradt 2016, 137-147). In diesem Zusammenhang zeigt Hahn auch pointiert die Unterschiede zwischen der Präsentation des Materials in Essay und Buch auf: Der historische Abstand von ca. 20 Jahren führt dazu, dass die Träumenden in der späteren Ausgabe mit ihrer extremen Emotionalität, ihrer individuellen Stimme und der unmittelbaren Körperlichkeit fast vollständig zurücktreten (Hahn 2016, 32). Stattdessen stellt Charlotte Beradt den Traumberichten Informationen voran, die allgemeine Identitätskategorien wie Alter, Geschlecht, Beruf oder politische und religiöse Haltung der Träumenden festhalten und die Bedeutung der berichteten Träume vorwegnehmen. Im Essay präsentiert Beradt also viele Träume auf vergleichsweise engem Raum. Hahn stellt hierfür eine Anordnung nach den Gesichtspunkten der Freud’schen Traumdeutung fest (Hahn 2016, 36). Während die Traumberichte des Essays damit mehr oder weniger für sich sprechen und auf diese Weise eine gewisse Autonomie erlangen, sind sie in der Buchsammlung Teil eines größeren Interpretations- und Verweisungszusammenhangs aus Zitaten, Motti sowie Parallelisierungen mit Motiven, Themen und Erzählverfahren aus der Literatur. Diese erfolgen, wie Janosch Steuwer kritisch anmerkt, aus der Perspektive der Totalitarismus- und Nationalsozialismus-Forschung der 1960er Jahre, so dass mit der Sammlung Beradts eine ganz bestimmte Sichtweise auf das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit im Nationalsozialismus präsentiert und forciert wird (Steuwer 2017, 538ff.).


Die Träume

Beispiele

Die folgende Auflistung umfasst die Titel der elf Kapitel des Buches (ohne Motti) und führt im Anschluss exemplarisch einen besonders repräsentativen Traum der jeweiligen Kategorie im vollständigen Wortlaut auf. Die ergänzenden Kommentare der Träumenden und der Herausgeberin wurden gestrichen. Es handelt sich bei den ausgewählten Beispielen entweder um den Traum, aus dem das Titelzitat entstammt, oder um einen Traum, der die Gesamtthematik des jeweiligen Kapitels in besonders prägnanter Weise auf den Punkt bringt:


1. Kapitel: Das Dritte Reich des Traums – Entstehungsgeschichte

„Goebbels kommt in meine Fabrik. Er läßt die Belegschaft in zwei Reihen, rechts und links, antreten. Dazwischen muß ich stehen und den Arm zum Hitlergruß heben. Es kostet mich eine halbe Stunde, den Arm millimeterweise hochzubekommen. Goebbels sieht meinen Anstrengungen wie einem Schauspiel zu, ohne Beifalls-, ohne Mißfallensäußerung. Aber als ich den Arm endlich oben habe, sagt er fünf Worte: ‚Ich wünsche Ihren Gruß nicht’, dreht sich um und geht zur Tür. So stehe ich in meinem eigenen Betrieb, zwischen meinen eigenen Leuten, am Pranger, mit gehobenem Arm. Ich bin körperlich nur dazu imstande, indem ich meine Augen auf seinen Klumpfuß hefte, während er hinaushinkt. Bis ich aufwache, stehe ich so“ (Beradt 1981, 7).


2. Kapitel: Der Umbau der Privatperson oder „Das wandlose Leben“

„Während ich mich nach der Sprechstunde, etwa gegen neun Uhr abends, mit einem Buch über Matthias Grünewald friedlich auf dem Sofa ausstrecken will, wird mein Zimmer, meine Wohnung plötzlich wandlos. Ich sehe mich entsetzt um, alle Wohnungen, soweit das Auge reicht, haben keine Wände mehr. Ich höre einen Lautsprecher brüllen: ‚Laut Erlaß zur Abschaffung von Wänden vom 17. des Monats’“ (Beradt 1981, 19).


3. Kapitel: Bürokratische Greuelmärchen oder „Ich finde an nichts mehr Freude“

„Ich telefoniere abends um acht mit meinem Bruder, meinem einzigen vertrauten und Freund, wie jeden Abend. Nachdem ich als Vorsichtsmaßnahme gerühmt habe, wie richtig Hitler es macht und wie gut man es hat in der Volksgemeinschaft, sage ich: ‚Ich finde an nichts mehr Freude’. Mitten in der Nacht ruft es an. Eine ausdruckslose Stimme sagt: ‚Hier Dienststelle zur Überwachung von Telefongesprächen’ – sonst nichts. Ich weiß sofort, das mit der Freude war mein Verbrechen, ich höre mich Argumente gebrauchen, bitten und flehen, man soll mir das eine Mal verzeihen, nur dieses eine Mal nichts melden, nichts weitergeben, nichts ankreiden. Ich höre mich reden wie im Plädoyer. Die Stimme bleibt absolut stumm und hängt stumm ab, läßt mich in der quälenden Ungewissheit“ (Beradt 1981, 31).


4. Kapitel: Der Alltag in der Nacht oder „Damit ich mich selbst nicht verstehe“

„Ich erzähle einen verbotenen Witz, aber aus Vorsicht falsch, so daß er keinen Sinn mehr hat“ (Beradt 1981, 41).

„Ich träume, daß ich nur noch von Rechtecken, Dreiecken und Achtecken träume, die alle irgendwie wie Weihnachtsgebäck aussehen, weil es doch verboten ist zu träumen“ (Beradt 1981, 42).


5. Kapitel: Der Nicht-Held oder „Und sage kein Wort“

„Ich bin in einem Konzentrationslager, aber es geht allen Häftlingen sehr gut, Diners werden abgehalten, es gibt Theatervorstellungen. Ich denke, es ist also doch sehr übertrieben, was man so aus Lagern hört, da sehe ich mich in einem Spiegel: ich habe die Uniform eines Lagerarztes an, besondere Schaftstiefel, die glitzern wie Brillanten. Ich lehne mich an den Stacheldraht und fange wieder zu weinen an“ (Beradt 1981, 49).


6. Kapitel: Der Chor oder „Da kann man nichts machen“

„Ich träume, ich habe ein Kind von einem Arier, das seine Mutter mir wegnehmen will, weil ich nicht rein arisch bin. ‚Seit meine Mutter tot ist’, schreie ich, ‚kann mir keiner von euch mehr was anhaben’“ (Beradt 1981, 54).


7. Kapitel: Doktrinen machen sich selbständig oder „Die Dunkelhaarigen im Reich der Blonden“

„Sonntags im Tiergarten. Blonde Spaziergänger auf allen Wegen. Ich höre jemanden zu seinem Begleiter sagen: ‚Emma kommt mit ihren Mietern nicht aus, sie stehlen wie die’ –, hier fühle ich mit tiefster Scham, er wird sagen, wie die Rabenschwarzen, da sagt er es schon“ (Beradt 1981, 67).


8. Kapitel: Handelnde Personen oder „Man muß nur wollen“

"Ich bemühe mich nachts unaufhörlich, das Hakenkreuz aus der Nazifahne zu trennen, und bin stolz und glücklich dabei, aber tags darauf ist es immer wieder fest angenäht“ (Beradt 1981, 74).


9. Kapitel: Verhüllte Wünsche oder „Endstation Heil“

„Der ‚Tag der Einheit der Nation’ wird gefeiert. In einem fahrenden Zug, im Speisewagen, stehen Tische, an denen lange Reihen von Menschen sitzen. Ich sitze allein an einem kleinen. Ein politisches Lied klingt so ulkig, daß ich lachen muß. Ich setze mich an einen anderen Tisch, muß aber wieder lachen. Es hilft nichts, ich stehe auf, will hinausgehen, da überlege ich: Vielleicht ist es gar nicht so ulkig, wenn man mitsingt, und singe mit“ (Beradt 1981, 88).


10. Kapitel: Offene Wünsche oder „Den wollen wir dabeihaben“

„Ich sehe, als ich vom Einholen komme, daß auf der Straße getanzt werden soll – wie in Frankreich am Bastilletag –, weil ein Feiertag zur Erinnerung an den Reichstagsbrand ist. Man sieht überall Freudenfeuer – Quadrate mit Seilen abgesperrt, und die Paare gehen unter den Seilen durch wie Boxer... Ich finde das sehr häßlich. Da umfaßt mich jemand mit starken Händen von hinten und zieht mich durch ein Seil auf die Tanzfläche. Als wir zu tanzen anfangen, erkenne ich, es ist Hitler, und finde alles sehr schön“ (Beradt 1981, 97).


11. Kapitel: Träumende Juden oder „Wenn nötig, mache ich dem Papier Platz“

„Zwei Bänke stehen im Tiergarten, eine normal grün, eine gelb, und zwischen beiden ein Papierkorb. Ich setze mich auf den Papierkorb und befestige selbst ein Schild an meinem Hals, wie es blinde Bettler zuweilen tragen, wie es aber auch ‚Rassenschändern’ behördlicherseits umgehängt wurde: ‚Wenn nötig, mache ich dem Papier Platz’“ (Beradt 981, 104).


Auswahlkriterien und Authentizität

Die Kriterien, nach denen Charlotte Beradt die ihr berichteten Träume in die Sammlung aufnimmt, legt sie im ersten Kapitel ihres Buches dar: Sie wählt nur Träume aus, deren politischer Gehalt durch die offensichtlichen Bezüge zum nationalsozialistischen Regime unmittelbar erkennbar ist (Beradt 1981, 13). Aussortiert hat sie dabei all jene Traumaufzeichnungen, die von körperlicher Gewalt und physiologischer Angst handeln oder eindeutige erotische Phantasien darstellen. Ihre (allerdings nicht unbedingt überzeugende) Begründung lautet, dass gerade diese Träume überzeitlicher Natur seien, nicht als repräsentativ für die Zeit des Nationalsozialismus gelten können und daher wenig über die gesellschaftspolitische Situation aussagen, die sie hervorbringen; nämlich die allmähliche Herstellung des „totalen Untertans“ (Beradt 1981, 16). Zur Frage der Authentizität der Traumprotokolle bemerkt Beradt selbst, es sei selbstverständlich und unvermeidlich, dass die Träume in der Erzählung „retouchiert“ wurden (Beradt 1981, 11). Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass auch die Herausgeberin selbst das Material nachträglich bearbeitet hat, denn die Sammlung erscheint angesichts der Heterogenität der Träumenden stilistisch und in ihrer Erzählstruktur ausgesprochen homogen.


Textsorte

Was die Textsorte der Traumprotokolle angeht, so bezeichnet Beradt ihre Sammlung in Analogie zu privaten Tagebüchern als „Nachtbücher“ (Beradt 1981, 10), die im Unterschied zum Tagebucheintrag allerdings von größerer Unwillkürlichkeit seien und daher besser geeignet, „die Strukturen der Wirklichkeit (zu) deuten“ (ebd.). Hans-Walter Schmidt-Hannisa situiert die spezifische Form der Sammlung vor dem Hintergrund autonomer Traumaufzeichnungen, die spätestens seit der Publikation der Träume  Friedrich Huchs als eigenständige Kunstgattung gelten können (Schmidt-Hannisa 2011, 111). Damit stellt er die besondere Literarizität der Sammlung in den Fokus seiner Betrachtungen. Beradt bezeichnet die präsentierten Träume mehrfach als „Fabeln“ (Beradt 1981, 112 u. 113), als „Parabeln“ (Beradt 2016, 15, 61 u.a.) – als Formen uneigentlichen Sprechens also –, aber auch als „Karikaturen“, „Kabarett“ oder „Mosaiken“ (Beradt 1981, 14). Sie verwendet des weiteren Genre-Begriffe wie „Parodien“, „Paradoxen“, „Momentaufnahmen“, „Visionen“ und „Skizzen“, die stets in auffälliger Weise zwischen Tragik und Komik oszillieren (Beradt 1981, 15 u. 20). In jedem Falle demonstriert die Art und Weise der Präsentation ihrer gesammelten Träume einen besonderen Glauben an das poetische wie politische Potenzial von Träumen. Dieses führt Hans-Walter Schmidt-Hannisa auf literaturwissenschaftlich bedeutsame Elemente der Sammlung wie deren kollektive Autorschaft, den mitunter deutlich kritischen Gehalt der Texte und die Authentizität der Traumerfahrungen zurück (vgl. Schmidt-Hannisa 2011, 107 u. 108). Beradt zeigt also mit ihrer Präsentationsform der Traumprotokolle, inwiefern Literatur und Traum gleichermaßen einen Kampf mit Worten und Bildern um eine „Ausdrucksform für das Unausdrückbare“ darstellen (Beradt 1981, 15).


Aufbau

Der Aufbau der Sammlung folgt einer minutiös durchkomponierten Anordnung, die Barbara Hahn detailliert analysiert hat: Insgesamt werden 50 Träume vollständig wiedergegeben, wobei ursprünglich ca. 300 Personen befragt wurden, deren Berichte als Variationen ein- und derselben Erfahrung ergänzt werden. 20 Träumer kommen innerhalb der Sammlung mehrfach zu Wort; sei es, weil sie unterschiedliche Träume zu Protokoll geben, sei es, weil sie selbst einen Grundtraum in mehreren Ausprägungsformen oder ganze Traumserien zu berichten haben. Das Buch umfasst elf Kapitel. In deren Gesamtanordnung macht Barbara Hahn eine Struktur aus, die von der Entstehungsgeschichte des Buches über die Entwicklungsstationen des totalitären Regimes verläuft und kurz vor dem Ende durch einen Teil zu den widerständig handelnden Träumern unterbrochen wird, bevor es mit zwei deutlich aus der Reihe fallenden Kapiteln endet: einem über Frauen, deren Träume als zumeist beschämende Wunschträume, sich mit Hitler oder anderen NS-Größen zu vereinigen, gelesen werden, sowie einem letzten Kapitel über „träumende Juden“ (Hahn in Beradt 2016, 152 u. 153). Auch wenn diese Anordnung mit der besonderen Stellung der Juden im Nationalsozialismus erklärt wird, die im Gegensatz zur übrigen Bevölkerung „von Anfang an offenem Terror“ unterlagen (Beradt 1981, 100), so fällt doch auf, dass kein anderes Kapitel einer Kategorisierung nach Geschlecht oder Rasse bzw. Religion folgt. Damit lassen sich der Sortierung des Materials durchaus latent antisemitische oder misogyne Züge bescheinigen (vgl. Lühe 2014, 320).

Jedes Kapitel wird durch einen Titel eröffnet, der das zentrale Thema der im Folgenden präsentierten Träume benennt. Darauf folgt ein kurzes, prägnantes Zitat eines Träumers, der später seinen Traum erzählt. Jedem Kapitel sind zudem zwei Motti vorangestellt. Hierbei handelt es sich um eine, wie Hahn treffend bemerkt, „waghalsige Mischung“; nämlich eine „spannungsgeladene Vielfalt“ aus Zitaten des Alten und Neuen Testaments, von NS-Theoretikern, Schriftstellern und Dichtern sowie mehreren Propagandisten der nationalsozialistischen Ideologie (Hahn in Beradt 2016, 153). Hahn konstatiert, es handle sich also weniger um ein „neutrales Arrangement“ von Dokumenten, als vielmehr um die Konstruktion eines Dialogs aus mehreren Stimmen, deren Gespräch von Beradt nicht nur komponiert, sondern auch interpretiert wird (ebd.). Diese besondere Anordnung von „Traum, Kommentar und Zitat“ (Hahn in Beradt 2016, 152) schließt auch Informationen zum politischen, beruflichen und sozialen Umfeld der Träumenden mit ein. Mitunter werden zudem Hinweise auf Familiäres und Weltanschauliches ergänzt, häufig finden sich darüber hinaus explizite Verweise auf Tagesreste und Traumanlässe – Verbindungen, die teils von den Träumern selbst hergestellt, teils eher spekulativ von der Herausgeberin gezogen werden.


Intertextualität

Inwiefern die „Ausdrucksmittel“, welche Beradt in den Traumprotokollen erkennt (Beradt 1981, 15), mit den Verfahren literarischer Texte übereinstimmen, zeigt sie durch Resümees, Zitate und weitere Verweise auf literarische Werke vor allem der klassischen Moderne; und zwar vorrangig solche, die totalitäre Herrschaftsmuster erfinden oder vorwegnehmen. Hierzu zählen, um sich zunächst nur auf die Motti zu beziehen, etwa Kafka, Brecht, Orwell, die mehrfach zitiert werden, aber auch Goethe. Es finden sich des weiteren Fragmente traumtheoretischer Texte oder anderer Reflexionen zur Funktion des (Alp-)Traums und des Schlafs (z. B. Dostojewski, T.S. Elliot, Hiob, Lukas, Robert Ley) sowie Aussagen zum Totalitarismus und/oder Nationalsozialismus (Heinrich Himmler, Hans Frank, Eugen Kogon und Hannah Arendt). Innerhalb der Kapitel werden, über die wiederholte Auseinandersetzung mit den bereits genannten Autoren hinaus, Breton, Huxley, Schiller, Grillparzer oder Karl Valentin genannt, aber auch Verszeilen aus Liedern, aus dem Deutschen Requiem von Johannes Brahms oder Selbstaussagen von Sophie Scholl. Entscheidend ist wohl jedoch, dass nicht nur explizite intertextuelle Einzeltextreferenzen erfolgen, sondern auf allgemeine literarische, biblische, mythologische oder andere narrative Strukturen und dramatisch-performative Verfahren verwiesen wird, mit denen sich die präsentierten Träume deuten und in einen größeren kulturellen und historischen Kontext einbetten lassen.


Themen, Motive, Titel

Von den zahlreichen nennenswerten Themen, Figuren und Motiven der Traumsammlung seien nur die wichtigsten genannt. Hierzu zählen unter anderem sich belebende Alltagsobjekte, die zu Verrätern werden (vgl. Bulkeley 1994, 120), die Figur des „stellvertretenden Meinungssagers“ (Beradt 1981, 47), die Erfindung technischer Kontroll- und Einschüchterungsapparate, das Zusammenspiel von Henker und Opfer, der Druck von Terror und Propaganda, der zur Selbstzensur zwingt, das Zusammenbrechen von Individualität, Unterwerfung aus schlechtem Gewissen, schleichende Anpassung, Sprechzwänge und Schweigegebote, das Errichten und Zusammenbrechen von Raumgrenzen, Verzerrung und Verfremdung von Propagandaparolen (vgl. Koselleck in Beradt 1981, 126ff. und Solte-Gresser 2017) sowie spezielle Metaträume, etwa denjenigen über das Verbot zu träumen.

Was den Titel der Traumprotokolle betrifft, so deutet Barbara Hahn die Tatsache, dass Beradt die Sammlung nicht, analog zum ursprünglichen Zeitschriftenessay, „Träume im Dritten Reich“ oder „Träume unter dem Dritten Reich“ genannt hat, in The Art of Dreams als Einschreiben einer historischen Dimension des wissenschaftlichen Traumdiskurses in das Genre des Traumberichts (Hahn 2013, 91 u. 92): Als „erstes Reich des Traums“ erscheint, will man dieser Interpretation folgen, das Zeitalter vor der Psychoanalyse, das zweite entspräche der Epoche der Freud'schen Traumdeutung, wohingegen mit dem Traumwissen im und vom Nationalsozialismus Träume vorherrschen, die „now include their own interpretations. It could hardly be more dissapointing: there is no private life in dreams. No resistance to overarching rules. In their dreams, people teach themselves how to live under totalitarian rule. [...] the book seems to suggest, that the world of dreams under these circumstances is even more ‚real’ than the real world“ (Hahn 2013, 91).


Interpretation

Die drei maßgeblichen Intentionen der Publikation werden durch Charlotte Beradt selbst von Beginn an programmatisch offengelegt: Erstens geht es Beradt darum, die Traumprotokolle gegen eine psychoanalytische Deutung abzuschotten, auch oder gerade weil die Traumerfahrungen von zumeist psychoanalytisch informierten Träumern stammen. Dies wird nicht nur in den Kommentaren der Traumsammlung selbst, sondern auch in den kontroversen Positionen gegenüber dieser Verweigerung einer psychoanalytischen Lesart der Träume deutlich, wie sie in der Rezeption u.a. durch Bruno Bettelheim und Reinhardt Koselleck repräsentiert werden (s. hierzu den Absatz unten).

Zweitens präsentiert Beradt ihr Material aus einem deutlichen historischen Abstand heraus und damit rückwirkend auf der Folie der Erkenntnisse der Totalitarismus-Forschung, von der die Herausgeberin vor allem durch den engen Kontakt mit Hannah Arendt Kenntnis hat (vgl. hierzu Lühe 2014, 323 u. 324). Insofern ist neben den zahlreichen Verweisen auf literarische Autoren, die Bibel und den Propaganda-Diskurs des Nationalsozialismus in erster Linie Arendts The Origins of Totalitarianism der entscheidende Intertext (Arendt 1951). Wie Janosch Steuwer herausgearbeitet hat, ist Beradts 1966 veröffentlichtes Buch über das Eindringen des Öffentlich-Politischen ins Private „nicht einfach die Verschriftlichung dieser Erfahrung, sondern bereits Teil ihrer wissenschaftlichen Deutung. Auch wenn Beradt in ihrem Buch vor allem ihre Träumer sprechen ließ und sich auf knappe Kommentierungen beschränkte, setzte sie mit Auswahl und Gliederung eine Interpretation der nationalsozialistischen Herrschaft zusammen [...]; nämlich die Zerstörung einer vor staatlichen Zugriffen geschützten Privatheit angesichts der Entgrenzung des politischen System“ (Steuwer 2017, 528).

Drittens werden die Träume durchgehend in einem literarisch-philosophischen Kontext präsentiert und gelesen. Dieser soll die besondere ästhetische Qualität des gesammelten Materials deutlich machen. Hierbei handelt es sich unbestritten um eine wesentliche Eigenschaft der Traumtexte. Allerdings wäre diese ohne die durchgängige Parallelisierung mit literarischen Werken, Autoren und deren Zitaten wohl sehr viel eindrücklicher zum Vorschein gelangt. Denn offenkundig ist, dass die Träume nicht nur keine psychologische Deutung benötigen bzw. dass sie sich, indem individuelle und kollektive Traumerfahrung auf das engste miteinander verflochten sind (Böschenstein 1997, 131), einer solchen Deutung geradezu entziehen. Auch die kommentierende Interpretation durch Beradt selbst, die durch die literarischen Motti und erklärenden Verbindungen zu den Themen, Motiven und Strukturen literarischer Texte der eigentlichen Präsentation der Träume selbst zumeist sogar vorgeschaltet wird – und damit den Deutungsrahmen der Traumlektüren vorgibt –, schmälert die unmittelbare Wucht der geträumten Bilder, Situationen und Ereignisse eher als sie hervorzuheben. Kritisch konstatiert daher Barbara Hahn in ihrer materialreichen und konsequent auf die Traumthematik fokussierten Studie über Träume im Jahrhundert der Gewalt: „Die Träume derer, die einer historisch neuen Erfahrung ausgesetzt waren, stehen im Gespräch mit literarischen und theoretischen Texten“. „Das Dritte Reich des Traums ist 1966 zum bekannten Terrain geworden: Was den Träumern zustößt, scheint in anderen Texten bereits aufgehoben“ (Hahn 2016, 36).

Die Verweigerung einer psychoanalytischen Lesart, von der Beradts erstes Kapitel zeugt, wird bereits von Bruno Bettelheim harsch kritisiert (Bettelheim in Beradt 1968, v.a. 154 u. 157). Einmal abgesehen davon, dass er selbst eine Deutung der präsentierten Träume auf der Basis frühkindlicher Erfahrungen vornimmt, wirft er Beradt vor, über den manifesten Trauminhalt hinaus keine Möglichkeit zu bieten, den latenten Traumgedanken der jeweiligen Träumer nachvollziehen zu können, weil die hierfür notwendigen freien Assoziationen der Berichtenden fehlen. Demgegenüber heben Literaturwissenschaftler wie Hans-Walter Schmidt-Hannisa und Barbara Hahn, aber auch der Historiker Reinhart Koselleck und nicht zuletzt Charlotte Beradt selbst hervor, dass gerade der spezifische Aufzeichnungsmodus von Das Dritte Reich des Traums besondere Rückschlüsse sowohl auf die Strukturen totalitärer Herrschaft zulasse als auch auf das außergewöhnliche poetische und seismographische Erkenntnispotenzial, das in der ästhetischen bzw. poetischen Traumform aufgehoben ist. So stellt Koselleck zu Recht fest, dass in den präsentierten Träumen manifester Trauminhalt und latenter Traumgedanke mehr oder weniger unmittelbar zur Deckung gelangen (Koselleck in Beradt 1981, 128). Laut Schmidt-Hannisa bringen die Träume Seiten der Diktatur zum Vorschein, die sich auf andere Weise nicht erkennen lassen (Schmidt-Hannisa 2011, 111) bzw. die, wie Koselleck darlegt, durch andere Quellen nicht zugänglich gemacht werden können (vgl. Koselleck in Beradt 1981, 125).

Der besondere Wert der Aufzeichnungen besteht demnach vornehmlich darin, dass es sich um eine dokumentarische Sammlung narrativer Texte handelt, die weder realistisch ist, noch realistisch sein will: „Träume, obwohl nicht willentlich produzierbar, gehören gleichwohl zum Bereich menschlicher Fiktionen. Sie bieten keine realistische Darstellung der Wirklichkeit, werfen jedoch ein besonders grelles Licht auf jene Wirklichkeit, der sie entstammen“ (Koselleck in Beradt 1981, 125). Gerade die Einsicht in die Unmöglichkeit eines unmittelbaren, gewissermaßen naiven Realismus ist es aber, die Literatur und Traum gemeinsam haben und die in Beradts Traumprotokollen besonders augenscheinlich wird. Hierin zeigt sich, wie Nadja Lux in ihrer umfassenden Studie zu Traumversionen und Traumvisionen vom ‚Dritten Reich’ erörtert, auch die Janusköpfigkeit des Traums, die das Träumen mit literarischen Texten gemein hat: Die Sammlung macht die Terrorisierung des Einzelnen durch den Traum offensichtlich, der dazu beiträgt, das totalitäre System im Unterbewusstsein zu verankern. Zugleich zeigt sich aber auch die kreative Suche nach Auswegen im und durch den Traum: Träume und Erzählungen erfüllen gleichermaßen die Funktion, Bilder und Worte für die schiefe Logik, für das Verkehrte und Abgründige des Systems, für die Verzerrungen und Verfremdungen der ideologisch durchtränkten Wirklichkeit hervorzubringen (Lux 2008, 397). Dabei bergen sie mitunter, wie etwa die Meta-Träume von Traumverbot und verschlüsselter Traumsprache zeigen, ein deutlich subversives Potenzial.


Einordnung

Nadja Lux sieht die herausragende Bedeutung von Charlotte Beradts Traumsammlung unter anderem in der Tatsache, dass die individuellen und kollektiven Erfahrungswelten des Nationalsozialismus hier weder aus der „Perspektive des Exils, noch aus der erinnerten Rückschau innerer Emigranten nach 1945 vermittelt (werden), sondern im Spiegel zeitgenössischer Traumerzählungen aus dem Innenraum der Diktatur“ erfolgen. Die Einsichten in die „Strukturen und Funktionsweisen totalitärer Herrschaft lassen sich also explizit aus der ästhetischen Form ableiten“ (Lux 2008, 15). Indem die Träume nicht die äußere Wirklichkeit zeigen, wie sie sich in der alltäglichen Wahrnehmung bietet, sondern die Struktur, die in ihr verborgen ist, enthüllen die erzählten Traumgeschichten „die geheimen Antriebskräfte und Einpassungszwänge“ der nationalsozialistischen Herrschaft. Sie „bezeugen – als fiktionale Texte – den Terror, zugleich aber sind sie Vollzugsweisen des Terrors selbst. Sie werden in den Leib diktiert“ (Koselleck in Beradt 1981, 127 u. 128).

Die Nähe der Träume zu literarisch-ästhetischen Formen mit ihrem eigenen Erkenntnispotenzial generiert also ein spezielles Wissen über das Verhältnis von Traum, Erzählung und Totalitarismus, das keine andere Quellengattung in dieser Abgründigkeit bietet. Damit erlangen die Traumtexte Beradts nicht nur eine besondere Bedeutung im Rahmen aktueller wissenspoetologischer Debatten und Diskussionen um die Funktionen und Potenziale von Literatur. Sie haben auch einen wesentlichen Anteil an einem Paradigmenwechsel in den Geschichtswissenschaften, der am Beispiel des Umgangs mit unterschiedlichen Quellen zum Nationalsozialismus besonders gut nachvollziehbar wird (vgl. Koselleck in Beradt 1981, 126).



Literatur

Ausgaben (in chronologischer Reihung)

Erste Veröffentlichung einer Auswahl der Traumprotokolle in einem englischsprachigen Aufsatz:

  • Charlotte Beradt: Dreams under Dictatorship. In: Free World (Oktober 1943), 333-337.

Übersetzung der englischsprachigen Aufsatzversion von 1943:

  • Charlotte Beradt: Träume unter der Diktatur. Übers. von Barbara Hahn. In: Charlotte Beradt: Das Dritte Reich des Traums. Hg. u. mit einem Nachwort versehen von Barbara Hahn. Berlin: Suhrkamp 2016, 137-147.

Radiosendung:

  • Träume vom Terror. Gesammelt und kommentiert von Charlotte Beradt. Westdeutscher Rundfunk, 21. März 1963.

Deutsche Erstausgabe:

  • Charlotte Beradt: Das Dritte Reich des Traums. München: Nymphenburger Verlagsbuchhandlung 1966.

Übersetzungen:

Englische Erstausgabe:

  • Charlotte Beradt: The Third Reich of Dreams. Trans. from the German by Adriane Gottwald, with an essay by Bruno Bettelheim. Chicago: Quadrangle Books 1968.

Französische Ausgabe:

  • Charlotte Beradt: Rêver sous le IIIe Reich. Préface de Martine Leibovici, postface de Reinhart Koselleck et de François Gantheret. Traduit de l'allemand par Pierre Saint-Germain. Paris: Payot & Rivages 2002.

Italienische Ausgabe:

  • Charlotte Beradt: Il Terzo Reich dei sogni. Prefazione di Reinhart Koselleck, postfazione di Bruno Bettelheim. Traduzione di Ingrid Harbach. Torino: Einaudi 1991.


Verwendete Taschenbuchausgabe:

  • Charlotte Beradt: Das Dritte Reich des Traums. Mit einem Nachwort von Reinhart Koselleck. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1981, 1994.


Neuausgabe:

  • Charlotte Beradt: Das Dritte Reich des Traums. Hg. u. mit einem Nachwort versehen von Barbara Hahn. Berlin: Suhrkamp 2016.


Forschungsliteratur und weitere zitierte Literatur

  • Arendt, Hannah: The Origins of Totalitarianism. New York: Schocken Books 1951.
  • Bain, Alastair: The Organization as a Container for Dreams. In: Lawrence Gordon (Hg.): Infinite Possibilities of Social Dreaming. London: Karnac Books 2007, 148-161.
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Zitiervorschlag für diesen Artikel:

Solte-Gresser, Christiane: "Das Dritte Reich des Traums" (Charlotte Beradt). In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs "Europäische Traumkulturen", 2017; http://traumkulturen.uni-saarland.de/Lexikon-Traumkultur/index.php/%22Das_Dritte_Reich_des_Traums%22_(Charlotte_Beradt).