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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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==Analyse und Interpretation==
 
==Analyse und Interpretation==
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Nach dem einleitenden Teil, in dem die Motorradfahrt und der Unfall erzählt werden, lässt sich der Hauptteil des Cuentos in sieben Abschnitte einteilen, die alternierend die Ebene des Krankenhauses und des Urwalds betreffen. Es ist klar, dass er zunächst operiert wird, denn es ist die Rede vom Operationssaal und von einem Mann in weiß, der etwas schillerndes in der Hand hält ("sala de operaciones", "[e]l hombre de blanco", "con algo que le brillaba en la mano derecha").
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Nach einem einleitenden Teil, in dem die Motorradfahrt und der Unfall erzählt werden, lässt sich der Hauptteil des Cuentos in sieben Abschnitte einteilen, die alternierend die Ebene des Krankenhauses und des Urwalds betreffen. Es ist klar, dass er zunächst operiert wird, denn es ist die Rede vom Operationssaal und von einem Mann in weiß, der etwas schillerndes in der Hand hält ("sala de operaciones", "[e]l hombre de blanco", "con algo que le brillaba en la mano derecha").
    
Offenbar mit der Narkose springt die Erzählung nun direkt zur Thematisierung eines Traumgeschehens, das sogleich als, auch für einen Traum, seltsam bezeichnet wird. Der Grund dafür ist das intensive Vorhandensein von Gerüchen, denn es heißt, er träume sonst nie mit Gerüchen ("Como sueño era curioso porque estaba lleno de olores y él nunca soñaba olores."). Konkret handelt es sich um Gerüche des Urwalds, der Nacht und im Folgenden vor allem des Krieges. Der Protagonist befindet sich auf der Flucht vor den Azteken ("huyendo de los aztecas"). Diese Umstände werden als ganz natürlich bezeichnet, so wie es ein häufiges Merkmal von literarischen wie auch faktischen Träumen ist, traumimmanent die Gegebenheiten und eventuellen Bizarrheiten nicht zu hinterfragen, sondern zu akzeptieren (vgl. Engel 2017: 22). Dabei ist die Fokalisierung nach Genette als intern heterogetisch zu bestimmen. Die klare trauminterne Logik besteht darin, dass er fliehen müsse, da die Azteken auf "Menschenjagd" ("caza de hombre") seien und seine einzige Chance sei, sich auf dem Pfad zu verstecken, den nur sie, konkret die "motecas" kennen. Damit wird die Identität des geträumten Ichs in die Epoche der Azteken, also zwischen dem 14. Und 16. Jahrhundert, eingeordnet, in Mittelamerika, sowie in einen Stamm, dem die Azteken offensichtlich feindlich gegenüberstehen. Damit ist das geträumte Ich bereits wesentlich genauer charakterisiert als die zu Beginn des Cuentos als wachend präsentierte Figur, die lediglich als männlich und Motorradfahrer bestimmt wird, was nur eine sehr vage Einordnung in eine moderne, womöglich zeitgenössische Epoche zur Erscheinung des Cuento erlaubt, aber keinen Ort, soziale Einbindung etc.
 
Offenbar mit der Narkose springt die Erzählung nun direkt zur Thematisierung eines Traumgeschehens, das sogleich als, auch für einen Traum, seltsam bezeichnet wird. Der Grund dafür ist das intensive Vorhandensein von Gerüchen, denn es heißt, er träume sonst nie mit Gerüchen ("Como sueño era curioso porque estaba lleno de olores y él nunca soñaba olores."). Konkret handelt es sich um Gerüche des Urwalds, der Nacht und im Folgenden vor allem des Krieges. Der Protagonist befindet sich auf der Flucht vor den Azteken ("huyendo de los aztecas"). Diese Umstände werden als ganz natürlich bezeichnet, so wie es ein häufiges Merkmal von literarischen wie auch faktischen Träumen ist, traumimmanent die Gegebenheiten und eventuellen Bizarrheiten nicht zu hinterfragen, sondern zu akzeptieren (vgl. Engel 2017: 22). Dabei ist die Fokalisierung nach Genette als intern heterogetisch zu bestimmen. Die klare trauminterne Logik besteht darin, dass er fliehen müsse, da die Azteken auf "Menschenjagd" ("caza de hombre") seien und seine einzige Chance sei, sich auf dem Pfad zu verstecken, den nur sie, konkret die "motecas" kennen. Damit wird die Identität des geträumten Ichs in die Epoche der Azteken, also zwischen dem 14. Und 16. Jahrhundert, eingeordnet, in Mittelamerika, sowie in einen Stamm, dem die Azteken offensichtlich feindlich gegenüberstehen. Damit ist das geträumte Ich bereits wesentlich genauer charakterisiert als die zu Beginn des Cuentos als wachend präsentierte Figur, die lediglich als männlich und Motorradfahrer bestimmt wird, was nur eine sehr vage Einordnung in eine moderne, womöglich zeitgenössische Epoche zur Erscheinung des Cuento erlaubt, aber keinen Ort, soziale Einbindung etc.
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Diese verwirrende, verunsichernde Wendung, typisch für das Genre des "Cuento fantástico", stellt nun die zu Beginn der Erzählung klar definierten Kategorien von Traum- und Wachrealität auf den Kopf. Dabei stellt dies den Höhepunkt der gezeigten immer enger werdenden Verflechtung von Traum- und Wachgeschehen dar. Die wahre Identität sei also der vor den Azteken Flüchtende, in dessen Realität das Traumgeschehen um den Motorradunfall und das Krankenhaus einbricht. Der Traum stürzt sozusagen "über die ontologische Klippe […] [und wird] in der innerfiktionalen Wirklichkeit der dargestellten Welt gänzlich 'real'" (Hauser 2005: 39). Die Sprache wechselt an dieser Stelle zu einer Perspektive, die das moderne technische Objekt des Motorrads nicht kennt und deshalb mit "Insekt aus Metall" umschreibt. Die so klar dargestellte Gewissheit, dass die wahre Realität die des Urwalds ist, wirkt befremdlich und bizarr, da es sich dann bei der Krankenhausumgebung um einen Zukunftstraum handeln muss, um die nahezu prophetische Vorwegnahme einer technischen Entwicklung, die zu Beginn des Cuentos als vertraut beschrieben wurde. Man könnte interpretieren, dass es sich um zwei verschiedene Inkarnationen derselben Seele handelt oder zwei verbundene Existenzen, die in unterschiedlichen zeitlich-räumlichen Dimensionen teils Ähnliches durchleben. Oder aber man könnte argumentieren, dass die starke Ähnlichkeit der zeitlich an unterschiedlichen Stellen verorteten Szenen der Operation und des Opfers insinuiert, dass der Protagonist bereits bei der Operation starb. Ebenso könnte die Erinnerungslücke und der angedeutete Übergang von einer Dimension in eine andere (s.o.) bedeuten, dass der Motorradfahrer bereits im Zustand der Rückenlage auf der Straße gleich nach dem Unfall gestorben ist. Diese erzählerische Unzuverlässigkeit und Unsicherheit zeigt sich hier charakteristisch für die Erzählung und ist auch Bestandteil des Genres der Phantastik.
 
Diese verwirrende, verunsichernde Wendung, typisch für das Genre des "Cuento fantástico", stellt nun die zu Beginn der Erzählung klar definierten Kategorien von Traum- und Wachrealität auf den Kopf. Dabei stellt dies den Höhepunkt der gezeigten immer enger werdenden Verflechtung von Traum- und Wachgeschehen dar. Die wahre Identität sei also der vor den Azteken Flüchtende, in dessen Realität das Traumgeschehen um den Motorradunfall und das Krankenhaus einbricht. Der Traum stürzt sozusagen "über die ontologische Klippe […] [und wird] in der innerfiktionalen Wirklichkeit der dargestellten Welt gänzlich 'real'" (Hauser 2005: 39). Die Sprache wechselt an dieser Stelle zu einer Perspektive, die das moderne technische Objekt des Motorrads nicht kennt und deshalb mit "Insekt aus Metall" umschreibt. Die so klar dargestellte Gewissheit, dass die wahre Realität die des Urwalds ist, wirkt befremdlich und bizarr, da es sich dann bei der Krankenhausumgebung um einen Zukunftstraum handeln muss, um die nahezu prophetische Vorwegnahme einer technischen Entwicklung, die zu Beginn des Cuentos als vertraut beschrieben wurde. Man könnte interpretieren, dass es sich um zwei verschiedene Inkarnationen derselben Seele handelt oder zwei verbundene Existenzen, die in unterschiedlichen zeitlich-räumlichen Dimensionen teils Ähnliches durchleben. Oder aber man könnte argumentieren, dass die starke Ähnlichkeit der zeitlich an unterschiedlichen Stellen verorteten Szenen der Operation und des Opfers insinuiert, dass der Protagonist bereits bei der Operation starb. Ebenso könnte die Erinnerungslücke und der angedeutete Übergang von einer Dimension in eine andere (s.o.) bedeuten, dass der Motorradfahrer bereits im Zustand der Rückenlage auf der Straße gleich nach dem Unfall gestorben ist. Diese erzählerische Unzuverlässigkeit und Unsicherheit zeigt sich hier charakteristisch für die Erzählung und ist auch Bestandteil des Genres der Phantastik.
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==Fazit==
 
==Fazit==

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