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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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: "Jadeó buscando el alivio de los pulmones, el olvido de esas imágenes que seguían pegadas a sus párpados. Cada vez que cerraba los ojos las veía formarse instantáneamente".  
 
: "Jadeó buscando el alivio de los pulmones, el olvido de esas imágenes que seguían pegadas a sus párpados. Cada vez que cerraba los ojos las veía formarse instantáneamente".  
: ("Er keuchte, suchte seinen Lungt:n Linderung zu verschaffen, jene Bilder zu vergessen, die sich weiterhin an seine Augenlider hefteten. Jedesmal, wenn er die Augen schloß, sah er, wie sie im Nu Gestalt annahmen").
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: ("Er keuchte, suchte seinen Lungen Linderung zu verschaffen, jene Bilder zu vergessen, die sich weiterhin an seine Augenlider hefteten. Jedesmal, wenn er die Augen schloß, sah er, wie sie im Nu Gestalt annahmen").
    
Im Kontrast zu dem entsprechenden Schrecken wird auch das Wohlgefühl der Gewissheit, wach zu sein und die beschützende Wirkung dieses wachen Zustandes betont:  
 
Im Kontrast zu dem entsprechenden Schrecken wird auch das Wohlgefühl der Gewissheit, wach zu sein und die beschützende Wirkung dieses wachen Zustandes betont:  
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: "no llegó a tomarla [la botella], sus dedos se cerraron en un vacío otra vez negro, y el pasadizo seguía interminable"  
 
: "no llegó a tomarla [la botella], sus dedos se cerraron en un vacío otra vez negro, y el pasadizo seguía interminable"  
: ("er kam nicht dazu, sie zu ergreifen [die Flasche], seine Finger schlossen sich in einer erneut schwarzen Leere, und der Durchgang war immer noch unendlich").  
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: ("er bekam sie [die Flasche] nicht zu fassen, seine Finger schlossen sich um eine Leere, die abermals schwarz war, und der schmale Gang wollte kein Ende nehmen).
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Es wird erneut betont, dass er sich in der Position "boca arriba" befindet. Schließlich endet der Durchgang und der Nachthimmel öffnet sich über dem Protagonisten. Analog zu der Lampe über ihm im Krankenzimmer erscheint nun der Mond. Unwillig, diesen zu sehen, sei es aufgrund einer blendenden Wirkung, sei es aufgrund der symbolisch-rituellen Vorausdeutung eines nahenden Opfertodes, schließen sich die Augen des Protagonisten in Verzweiflung, öffnen sich sogleich wieder, die Decke des Saals "auf der anderen Seite" suchend  
 
Es wird erneut betont, dass er sich in der Position "boca arriba" befindet. Schließlich endet der Durchgang und der Nachthimmel öffnet sich über dem Protagonisten. Analog zu der Lampe über ihm im Krankenzimmer erscheint nun der Mond. Unwillig, diesen zu sehen, sei es aufgrund einer blendenden Wirkung, sei es aufgrund der symbolisch-rituellen Vorausdeutung eines nahenden Opfertodes, schließen sich die Augen des Protagonisten in Verzweiflung, öffnen sich sogleich wieder, die Decke des Saals "auf der anderen Seite" suchend  
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: "[A]hora sabía que no iba a despertarse, que estaba despierto, que el sueño maravilloso había sido el otro, absurdo como todos los sueños; un sueño en el que había andado por extrañas avenidas de una ciudad asombrosa, [...] con un enorme insecto de metal […]. En la mentira infinita de ese sueño también lo habían alzado del suelo, también alguien se le había acercado con un cuchillo en la mano, a él tendido boca arriba"  
 
: "[A]hora sabía que no iba a despertarse, que estaba despierto, que el sueño maravilloso había sido el otro, absurdo como todos los sueños; un sueño en el que había andado por extrañas avenidas de una ciudad asombrosa, [...] con un enorme insecto de metal […]. En la mentira infinita de ese sueño también lo habían alzado del suelo, también alguien se le había acercado con un cuchillo en la mano, a él tendido boca arriba"  
: ("obwohl er nun wußte, daß er nicht mehr erwachen würde, daß er wach war, daß der wunderbare Traum der andere gewesen war, absurd wie alle Träume; ein Traum, in welchem er über sonderbare Avenuen einer Stadt gefahren war [...] mit einem gewaltigen Metallinsekt […]. In der grenzenlosen Lüge jenes Traums hatte man ihn auch vom Boden aufgehoben, hatte sich ihm auch jemand mit einem Messer in der Hand genähert, ihm, der auf dem Rücken lag").
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: ("obwohl er nun wußte, daß er nicht mehr erwachen würde, daß er wach war, daß der wunderbare Traum der andere gewesen war, absurd wie alle Träume; ein Traum, in welchem er über sonderbare Avenuen einer Stadt gefahren war [] mit einem gewaltigen Metallinsekt […]. In der grenzenlosen Lüge jenes Traums hatte man ihn auch vom Boden aufgehoben, hatte sich ihm auch jemand mit einem Messer in der Hand genähert, ihm, der auf dem Rücken lag").
    
Diese verwirrende, verunsichernde Wendung, typisch für das Genre des "Cuento fantástico", stellt nun die zu Beginn der Erzählung klar definierten Kategorien von Traum- und Wachrealität auf den Kopf. Dabei stellt dies den Höhepunkt der gezeigten immer enger werdenden Verflechtung von Traum- und Wachgeschehen dar. Die wahre Identität sei also der vor den Azteken Flüchtende, in dessen Realität das Traumgeschehen um den Motorradunfall und das Krankenhaus einbricht. Der Traum stürzt sozusagen "über die ontologische Klippe […] [und wird] in der innerfiktionalen Wirklichkeit der dargestellten Welt gänzlich 'real'" (Hauser, 39). Die Sprache wechselt an dieser Stelle zu einer Perspektive, die das moderne technische Objekt des Motorrads nicht kennt und deshalb mit "Insekt aus Metall" umschreibt. Die so klar dargestellte Gewissheit, dass die wahre Realität die des Urwalds ist, wirkt befremdlich und bizarr, da es sich dann bei der Krankenhausumgebung um einen Zukunftstraum handeln muss, um die nahezu prophetische Vorwegnahme einer technischen Entwicklung, die zu Beginn des Cuentos als vertraut beschrieben wurde. Man könnte interpretieren, dass es sich um zwei verschiedene Inkarnationen derselben Seele handelt oder zwei verbundene Existenzen, die in unterschiedlichen zeitlich-räumlichen Dimensionen teils Ähnliches durchleben. Oder aber man könnte argumentieren, dass die starke Ähnlichkeit der zeitlich an unterschiedlichen Stellen verorteten Szenen der Operation und des Opfers insinuiert, dass der Protagonist bereits bei der Operation starb. Ebenso könnte die Erinnerungslücke und der angedeutete Übergang von einer Dimension in eine andere (s.o.) bedeuten, dass der Motorradfahrer bereits im Zustand der Rückenlage auf der Straße gleich nach dem Unfall gestorben ist. Diese erzählerische Unzuverlässigkeit und Unsicherheit zeigt sich hier charakteristisch für die Erzählung und ist auch Bestandteil des Genres der Phantastik.
 
Diese verwirrende, verunsichernde Wendung, typisch für das Genre des "Cuento fantástico", stellt nun die zu Beginn der Erzählung klar definierten Kategorien von Traum- und Wachrealität auf den Kopf. Dabei stellt dies den Höhepunkt der gezeigten immer enger werdenden Verflechtung von Traum- und Wachgeschehen dar. Die wahre Identität sei also der vor den Azteken Flüchtende, in dessen Realität das Traumgeschehen um den Motorradunfall und das Krankenhaus einbricht. Der Traum stürzt sozusagen "über die ontologische Klippe […] [und wird] in der innerfiktionalen Wirklichkeit der dargestellten Welt gänzlich 'real'" (Hauser, 39). Die Sprache wechselt an dieser Stelle zu einer Perspektive, die das moderne technische Objekt des Motorrads nicht kennt und deshalb mit "Insekt aus Metall" umschreibt. Die so klar dargestellte Gewissheit, dass die wahre Realität die des Urwalds ist, wirkt befremdlich und bizarr, da es sich dann bei der Krankenhausumgebung um einen Zukunftstraum handeln muss, um die nahezu prophetische Vorwegnahme einer technischen Entwicklung, die zu Beginn des Cuentos als vertraut beschrieben wurde. Man könnte interpretieren, dass es sich um zwei verschiedene Inkarnationen derselben Seele handelt oder zwei verbundene Existenzen, die in unterschiedlichen zeitlich-räumlichen Dimensionen teils Ähnliches durchleben. Oder aber man könnte argumentieren, dass die starke Ähnlichkeit der zeitlich an unterschiedlichen Stellen verorteten Szenen der Operation und des Opfers insinuiert, dass der Protagonist bereits bei der Operation starb. Ebenso könnte die Erinnerungslücke und der angedeutete Übergang von einer Dimension in eine andere (s.o.) bedeuten, dass der Motorradfahrer bereits im Zustand der Rückenlage auf der Straße gleich nach dem Unfall gestorben ist. Diese erzählerische Unzuverlässigkeit und Unsicherheit zeigt sich hier charakteristisch für die Erzählung und ist auch Bestandteil des Genres der Phantastik.

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