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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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''La noche boca arriba'' (dt. "Die Nacht mit dem Mund nach oben") ist der Titel einer ca. 4 ½ DIN-A4 Seiten umfassenden Kurzgeschichte (span. "cuento") des argentinischen Autors Julio Cortázar (1914-1984). Das Cuento erschien 1956 in der Erzählungssammlung ''Final del juego'' (dt. "Ende des Spiels").
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''La noche boca arriba'' (dt. "Die Nacht auf dem Rücken", wörtl. "Die Nacht mit dem Mund nach oben") ist der Titel einer ca. 4 ½ DIN-A4 Seiten umfassenden Kurzgeschichte (span. "cuento") des argentinischen Autors Julio Cortázar (1914-1984). Das Cuento erschien 1956 in der Erzählungssammlung ''Final del juego'' (dt. "Ende des Spiels").
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==Analyse und Interpretation==
 
==Analyse und Interpretation==
Ein einleitender Teil berichtet über Motorradfahrt und Unfall. Der Hauptteil des Cuentos lässt sich in sieben Abschnitte gliedern, die alternierend von der Ebene des Krankenhauses und der des Urwalds handeln. Es ist klar, dass der Protagonist zunächst operiert wird, denn es ist die Rede vom Operationssaal und von einem Mann in weiß, der etwas "Glänzendes" in der Hand hält ("sala de operaciones", "el hombre de blanco", "con algo que le brillaba en la mano derecha").
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Ein einleitender Teil berichtet über Motorradfahrt und Unfall. Der Hauptteil des Cuentos lässt sich in sieben Abschnitte gliedern, die alternierend von der Ebene des Krankenhauses und der des Urwalds handeln. Es ist klar, dass der Protagonist zunächst operiert wird, denn es ist die Rede vom Operationssaal und von einem Mann in Weiß, der etwas "Glänzendes" in der Hand hält ("sala de operaciones", "el hombre de blanco", "con algo que le brillaba en la mano derecha").
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Offenbar mit der Narkose springt die Erzählung nun direkt zur Thematisierung eines Traumgeschehens, das sogleich als selbst für einen Traum seltsam bezeichnet wird. Der Grund dafür ist das intensive Vorhandensein von Gerüchen, denn es heißt, der Protagonist träume sonst nie olfaktorisch ("Como sueño era curioso porque estaba lleno de olores y él nunca soñaba olores."). Konkret handelt es sich um Gerüche des Urwalds, der Nacht und im Folgenden vor allem des Krieges. Der Träumer befindet sich auf der Flucht vor den Azteken ("huyendo de los aztecas"). Diese Umstände werden als ganz natürlich bezeichnet - ein häufiges Merkmal von literarischen wie auch faktischen Träumen, in denen traumimmanent die Gegebenheiten und eventuellen Bizarrheiten nicht hinterfragt, sondern einfach akzeptiert werden (vgl. Engel, 22). Dabei ist die Fokalisierung der heterodiegetischen Erzählung nach Genette als intern zu bestimmen. Die klare trauminterne Logik besteht darin, dass der Träumer fliehen müsse, da die Azteken auf "Menschenjagd" ("caza de hombre") seien und seine einzige Chance darin liege, sich auf dem Pfad zu verstecken, den nur die "motecas" kennen. Damit wird die Identität des geträumten Ichs zeitlich in die Epoche der Azteken, also zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, eingeordnet, räumlich nach Mittelamerika, als Angehöriger des Stammes der Moteken, dem die Azteken offensichtlich feindlich gegenüberstehen. Dadurch ist das geträumte Ich wesentlich genauer charakterisiert als die zu Beginn des Cuentos als wachend präsentierte Figur, die lediglich als männlich und Motorradfahrer bestimmt wurde, was nur eine sehr vage Einordnung in eine moderne, womöglich zeitgenössische Epoche ermöglicht, ohne nähere Agaben zu Ort, sozialer Einbindung, etc.
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Offenbar mit der Narkose springt die Erzählung nun direkt zur Thematisierung eines Traumgeschehens, das sogleich als selbst für einen Traum seltsam bezeichnet wird. Der Grund dafür ist das intensive Vorhandensein von Gerüchen, denn es heißt, der Protagonist träume sonst nie olfaktorisch ("Como sueño era curioso porque estaba lleno de olores y él nunca soñaba olores."). Konkret handelt es sich um Gerüche des Urwalds, der Nacht und im Folgenden vor allem des Krieges. Der Träumer befindet sich auf der Flucht vor den Azteken ("huyendo de los aztecas"). Diese Umstände werden als ganz natürlich bezeichnet - ein häufiges Merkmal von literarischen wie auch faktischen Träumen, in denen traumimmanent die Gegebenheiten und eventuellen Bizarrheiten nicht hinterfragt, sondern einfach akzeptiert werden (vgl. Engel, 22). Dabei ist die Fokalisierung der heterodiegetischen Erzählung nach Genette als intern zu bestimmen. Die klare trauminterne Logik besteht darin, dass der Träumer fliehen müsse, da die Azteken auf "Menschenjagd" ("caza de hombre") seien und seine einzige Chance darin liege, sich auf dem Pfad zu verstecken, den nur die "motecas" kennen. Damit wird die Identität des geträumten Ichs zeitlich in die Epoche der Azteken, also zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert, eingeordnet, räumlich nach Mittelamerika, als Angehöriger des Stammes der Moteken, dem die Azteken offensichtlich feindlich gegenüberstehen. Dadurch ist das geträumte Ich wesentlich genauer charakterisiert als die zu Beginn des Cuentos als wachend präsentierte Figur, die lediglich als männlich und Motorradfahrer bestimmt wurde, was nur eine sehr vage Einordnung in eine moderne, womöglich zeitgenössische Epoche ermöglicht, ohne nähere Agaben zu Ort, sozialer Einbindung etc.
    
Im Folgenden wird erneut der, nun als quälend empfundene, Geruch erwähnt, gegen den sich bei aller vollständigen Akzeptanz des Traumgeschehens etwas zu wehren scheint:  
 
Im Folgenden wird erneut der, nun als quälend empfundene, Geruch erwähnt, gegen den sich bei aller vollständigen Akzeptanz des Traumgeschehens etwas zu wehren scheint:  
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: ("Während er seinem Nachbarn zuzulächeln versuchte, löste er sich fast körperlich von der letzten Vision des Alptraums.")
 
: ("Während er seinem Nachbarn zuzulächeln versuchte, löste er sich fast körperlich von der letzten Vision des Alptraums.")
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Im Rest des Abschnitts werden recht detailliert die medizinischen Apparaturen beschrieben, die Freude, wach zu sein, aber auch das Fieber und die Dämmerung, die ihn sanft wieder in den Schlaf ziehen. Die Traumwelt wird dabei mit einem langweiligen Film verglichen, wo die Dinge zugleich real und angenehm wie auch abstoßend seien, wie ein langweiliger Film, jedoch immer noch besser sei als auf der Straße zu sein:  
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Im Rest des Abschnitts werden recht detailliert die medizinischen Apparaturen beschrieben, die Freude, wach zu sein, aber auch das Fieber und die Dämmerung, die ihn sanft wieder in den Schlaf ziehen. Die Traumwelt wird dabei mit einem langweiligen Film verglichen, wo die Dinge zugleich real und angenehm wie auch abstoßend seien, jedoch immer noch besser sei als auf der Straße zu sein:  
    
: "Caía la noche, y la fiebre lo iba arrastrando blandamente a un estado donde las cosas tenían un relieve como de gemelos de teatro, eran reales y dulces y a la vez ligeramente repugnante; como estar viendo una película aburrida y pensar que sin embargo en la calle es peor; y quedarse."
 
: "Caía la noche, y la fiebre lo iba arrastrando blandamente a un estado donde las cosas tenían un relieve como de gemelos de teatro, eran reales y dulces y a la vez ligeramente repugnante; como estar viendo una película aburrida y pensar que sin embargo en la calle es peor; y quedarse."

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