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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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„Was uns Sprache des Wachens seyn sollte, ist uns jetzt dunkle Sprache des Traumes“ (SdT 89). Diese Erkenntnis Schuberts leitet sich aus der vorher beschriebenen Degeneration des Gangliensystems ab und verdeutlicht Schuberts Sichtweise des Traums. Dieser referiert auf die Natur und die ursprüngliche Einheit, wie im Kapitel ''Der versteckte Poet'' ausgeführt wird. Einst verstand der Mensch die Sprache der Natur, noch heute können wir sie indirekt erfahren: „Die ursprüngliche Sprache des Menschen, wie sie uns der Traum, Die Poesie, die Offenbarung kennen lehren, ist die Sprache des Gefühls […] die Sprache der Liebe (SdT 85). Diese Sprache bestand zwischen Gott und dem Menschen, ihre Worte „waren die Wesen der uns noch jetzt (als Schatten der ursprünglichen) umgebenden Natur“ (ebd.). Zwar hat der Mensch diese Sprache, bzw. das Verstehen der Symbolik der Natur verlernt, aber im Traum oder in der Poesie kann diese noch immer erfahren werden. Dies liegt nach Schubert daran, dass wir „[v]on jenen Bildern und Gestalten, deren sich die Sprache des Traumes, so wie die der Poesie […] bedienen, […] die Originale in der uns umgebenden Natur“ (SdT 24) finden. Die Sprache des Traumes und der Poesie sind also Abkömmlinge der ursprünglichen hieroglyphischen Natursprache. Im Gegensatz zur Wortsprache, die erst erlernt werden muss, ist das Verständnis für die Traumsprache angeboren (SdT 2). Aufgrund der Entfremdung der Wortsprache von der ursprünglichen Natursprache kommt es vor, dass „der Bilderausdruck des Traumes so weit von dem Wortausdruck des Wachens entfernt [ist], daß er erst einer Übersetzung in diesen bedarf“ (SdT 6). Schubert betont die enge Verwandtschaft von Traum und Poesie, indem er das Bild des „versteckten Poeten“ (SdT 9, 56) verwendet: „Wie die letztere [die Sprache des Traums] der Seele natürlich und gleichsam angeboren ist, nicht erst erlernt zu werden braucht, so ist nach der alten bekannten Sage auch Poesie die ursprüngliche Sprache der Völker gewesen […]. Jene, wie diese redet ausdrucksvoller, gewaltiger, magischer zum Gemüth als die Prosa des Wachens“ (SdT 15). Insbesondere diese Betonung der Verwandtschaft von ‚Ursprache‘, Traum und Dichtung erklärt die Wirkungsmächtigkeit der ''Symbolik des Traumes'' unter den Vertretern der Romantik.
 
„Was uns Sprache des Wachens seyn sollte, ist uns jetzt dunkle Sprache des Traumes“ (SdT 89). Diese Erkenntnis Schuberts leitet sich aus der vorher beschriebenen Degeneration des Gangliensystems ab und verdeutlicht Schuberts Sichtweise des Traums. Dieser referiert auf die Natur und die ursprüngliche Einheit, wie im Kapitel ''Der versteckte Poet'' ausgeführt wird. Einst verstand der Mensch die Sprache der Natur, noch heute können wir sie indirekt erfahren: „Die ursprüngliche Sprache des Menschen, wie sie uns der Traum, Die Poesie, die Offenbarung kennen lehren, ist die Sprache des Gefühls […] die Sprache der Liebe (SdT 85). Diese Sprache bestand zwischen Gott und dem Menschen, ihre Worte „waren die Wesen der uns noch jetzt (als Schatten der ursprünglichen) umgebenden Natur“ (ebd.). Zwar hat der Mensch diese Sprache, bzw. das Verstehen der Symbolik der Natur verlernt, aber im Traum oder in der Poesie kann diese noch immer erfahren werden. Dies liegt nach Schubert daran, dass wir „[v]on jenen Bildern und Gestalten, deren sich die Sprache des Traumes, so wie die der Poesie […] bedienen, […] die Originale in der uns umgebenden Natur“ (SdT 24) finden. Die Sprache des Traumes und der Poesie sind also Abkömmlinge der ursprünglichen hieroglyphischen Natursprache. Im Gegensatz zur Wortsprache, die erst erlernt werden muss, ist das Verständnis für die Traumsprache angeboren (SdT 2). Aufgrund der Entfremdung der Wortsprache von der ursprünglichen Natursprache kommt es vor, dass „der Bilderausdruck des Traumes so weit von dem Wortausdruck des Wachens entfernt [ist], daß er erst einer Übersetzung in diesen bedarf“ (SdT 6). Schubert betont die enge Verwandtschaft von Traum und Poesie, indem er das Bild des „versteckten Poeten“ (SdT 9, 56) verwendet: „Wie die letztere [die Sprache des Traums] der Seele natürlich und gleichsam angeboren ist, nicht erst erlernt zu werden braucht, so ist nach der alten bekannten Sage auch Poesie die ursprüngliche Sprache der Völker gewesen […]. Jene, wie diese redet ausdrucksvoller, gewaltiger, magischer zum Gemüth als die Prosa des Wachens“ (SdT 15). Insbesondere diese Betonung der Verwandtschaft von ‚Ursprache‘, Traum und Dichtung erklärt die Wirkungsmächtigkeit der ''Symbolik des Traumes'' unter den Vertretern der Romantik.
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==Ausgaben und weitere Werke Schuberts==
 
==Ausgaben und weitere Werke Schuberts==
 
* Die Symbolik des Traumes [SdT]. Bamberg: Carl Friedrich Kunz 1814.
 
* Die Symbolik des Traumes [SdT]. Bamberg: Carl Friedrich Kunz 1814.
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Zitiervorschlag für diesen Artikel:
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Quintes, Christian: "Die Symbolik des Traumes" (Gotthilf Heinrich Schubert). In: Lexikon Traumkultur. Ein Wiki des Graduiertenkollegs "Europäische Traumkulturen", 2015; http://traumkulturen.uni-saarland.de/Lexikon-Traumkultur/index.php?title=%22Die_Symbolik_des_Traumes%22_(Gotthilf_Heinrich_Schubert) .
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[[Kategorie: Schubert, Gotthilf Heinrich]]
 
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[[Kategorie: Traumtheorie]]
 
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[[Kategorie:Abhandlung (Aufsätze und Monographien)]]
 
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