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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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<div style="text-align: left;">Hervey de Saint-Denys gilt als Wegbereiter und Innovator der modernen Klartraumforschung (vgl. LaBerge 1988, S. 15; Carroy 2013, S. 55). In ''Les rêves et les moyens de les diriger'' belegt er erstmals, dass es möglich ist, die Fähigkeit des Klarträumens oder luziden Träumens (Hervey spricht vom sogenannten „rêve lucide“ (RMD 1867, S. 274)), die sich dadurch auszeichnet, dass der Träumer sich des Träumens bewusst ist und den eigenen Traum beeinflussen kann, zu erlernen (vgl. RMD 1867, S. 1 f., 5). Zudem zeigt er in leichtem Plauderton Methoden zur Bewahrung der „liberté d’esprit“ (vgl. RMD 1867, S. 6) im Traum sowie zur Steuerung des Traumverlaufs auf (vgl. RMD, S. 6, 475 f.). Dabei stützt er sich auf seine 32-jährige Klartraumforschung (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991) und bezieht 120 eigene Träume und zahlreiche Träume von Freunden sowie Bekannten mit ein (vgl. Schwartz 1972, S. 132). Darüber hinaus ist Hervey de Saint-Denys bestrebt, den Traum aus phänomenologischer wie physiologischer Sicht zu beleuchten. Er untersucht unter anderem, wie Gedächtnis und Vorstellungskraft auf die Genese der Traumbilder einwirken, welche Faktoren Trauminhalte und Traumerinnerung beeinflussen, auf welche Weise die Traumbilder miteinander verknüpft werden, ob man im Schlaf beständig träumt und in welchem Maße im Traum der Wille, die perzeptiven sowie intellektuellen Fähigkeiten erhalten bleiben. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises (7,50 Francs) richtete sich sein Werk in erster Linie an eine wohlhabende, gebildete, aber aufgrund des populärwissenschaftlichen Schreibstils nicht zwingend gelehrte Leserschaft (vgl. Carroy 2013, S. 56, 58). Bis heute ist ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) ein unverzichtbares Referenzwerk für Klartraumforscher.</div>
 
<div style="text-align: left;">Hervey de Saint-Denys gilt als Wegbereiter und Innovator der modernen Klartraumforschung (vgl. LaBerge 1988, S. 15; Carroy 2013, S. 55). In ''Les rêves et les moyens de les diriger'' belegt er erstmals, dass es möglich ist, die Fähigkeit des Klarträumens oder luziden Träumens (Hervey spricht vom sogenannten „rêve lucide“ (RMD 1867, S. 274)), die sich dadurch auszeichnet, dass der Träumer sich des Träumens bewusst ist und den eigenen Traum beeinflussen kann, zu erlernen (vgl. RMD 1867, S. 1 f., 5). Zudem zeigt er in leichtem Plauderton Methoden zur Bewahrung der „liberté d’esprit“ (vgl. RMD 1867, S. 6) im Traum sowie zur Steuerung des Traumverlaufs auf (vgl. RMD, S. 6, 475 f.). Dabei stützt er sich auf seine 32-jährige Klartraumforschung (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991) und bezieht 120 eigene Träume und zahlreiche Träume von Freunden sowie Bekannten mit ein (vgl. Schwartz 1972, S. 132). Darüber hinaus ist Hervey de Saint-Denys bestrebt, den Traum aus phänomenologischer wie physiologischer Sicht zu beleuchten. Er untersucht unter anderem, wie Gedächtnis und Vorstellungskraft auf die Genese der Traumbilder einwirken, welche Faktoren Trauminhalte und Traumerinnerung beeinflussen, auf welche Weise die Traumbilder miteinander verknüpft werden, ob man im Schlaf beständig träumt und in welchem Maße im Traum der Wille, die perzeptiven sowie intellektuellen Fähigkeiten erhalten bleiben. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises (7,50 Francs) richtete sich sein Werk in erster Linie an eine wohlhabende, gebildete, aber aufgrund des populärwissenschaftlichen Schreibstils nicht zwingend gelehrte Leserschaft (vgl. Carroy 2013, S. 56, 58). Bis heute ist ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) ein unverzichtbares Referenzwerk für Klartraumforscher.</div>
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==Autor==
 
==Autor==
 
Marie Jean Léon Lecoq d’Hervey de Saint-Denys (*6. Mai 1822 in Paris; † 2. November 1892 in Paris) (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 50, 52) war ein französischer Schriftsteller, Sinologe, Ethnologe und Traumforscher (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991). Darüber hinaus fertigte er zahlreiche Übersetzungen chinesischer und spanischer (vorwiegend literarischer) Werke ins Französische an. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1844 wurde Marie Jean-Léon Lecoq, Baron d'Hervey, von einem Verwandten, Louis Amédée Vincent de Juchereau, Marquis de Saint-Denys, adoptiert und erhielt somit den Titel Baron de Juchereau und Marquis de Saint-Denys (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 49). Seit seinem vierzehnten Lebensjahr beschäftigte er sich intensiv mit seinen Träumen und hielt diese in Zeichnungen und Traumtagebüchern fest (vgl. RMD 1867, S. 4 f.), die ihm als Grundlage für sein Werk ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) dienten. Für seine herausragende Arbeit als Commissaire générale des chinesischen Bereichs bei der Weltausstellung 1867 (vgl. Carroy 2013, S. 57) wurde er zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 52). 1874 übernahm er schließlich die Position des Professors für chinesische Sprache und Literatur am Collège de France (vgl. Carroy 2013, S. 57 f.) und wurde 1888 zum Präsidenten der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres ernannt (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 48).
 
Marie Jean Léon Lecoq d’Hervey de Saint-Denys (*6. Mai 1822 in Paris; † 2. November 1892 in Paris) (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 50, 52) war ein französischer Schriftsteller, Sinologe, Ethnologe und Traumforscher (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991). Darüber hinaus fertigte er zahlreiche Übersetzungen chinesischer und spanischer (vorwiegend literarischer) Werke ins Französische an. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahr 1844 wurde Marie Jean-Léon Lecoq, Baron d'Hervey, von einem Verwandten, Louis Amédée Vincent de Juchereau, Marquis de Saint-Denys, adoptiert und erhielt somit den Titel Baron de Juchereau und Marquis de Saint-Denys (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 49). Seit seinem vierzehnten Lebensjahr beschäftigte er sich intensiv mit seinen Träumen und hielt diese in Zeichnungen und Traumtagebüchern fest (vgl. RMD 1867, S. 4 f.), die ihm als Grundlage für sein Werk ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) dienten. Für seine herausragende Arbeit als Commissaire générale des chinesischen Bereichs bei der Weltausstellung 1867 (vgl. Carroy 2013, S. 57) wurde er zum Chevalier de la Légion d’honneur ernannt (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 52). 1874 übernahm er schließlich die Position des Professors für chinesische Sprache und Literatur am Collège de France (vgl. Carroy 2013, S. 57 f.) und wurde 1888 zum Präsidenten der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres ernannt (vgl. RMD 1977, Vorwort, S. 48).
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==Entstehungs- und Editionsgeschichte==
 
==Entstehungs- und Editionsgeschichte==
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