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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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[[Datei:Portrait_Hervey_de_Saint-Denys.jpg|right|frame|link=|180px|Marie Jean Léon Lecoq d’Hervey de Saint-Denys]]Das 1867 veröffentlichte Werk ''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques'' [Träume und Wege, sie zu steuern. Praktische Beobachtungen] des Traumforschers Marie Jean Léon Lecoq d’Hervey de Saint-Denys läutet den Beginn einer systematischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Klartraums ein (vgl. Holzinger 1997, S. 32). Es gehört dem Genre der sogenannten „livres de rêves savants“ (Carroy 2013, S. 54) an, deren Autoren darauf abzielen, anhand von meist persönlichen Traumerfahrungen eine Physiologie beziehungsweise Psychologie des Traums zu erarbeiten (vgl. ebd.).
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<br /><br /><br />[[Datei:Portrait_Hervey_de_Saint-Denys.jpg|180px|link=|frame|right|Marie Jean Léon Lecoq d'Hervey de Saint-Denys]]Das 1867 veröffentlichte Werk ''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques''&nbsp;[Träume und Wege, sie zu steuern. Praktische Beobachtungen] des Traumforschers Marie Jean Léon Lecoq d’Hervey de Saint-Denys läutet den Beginn einer systematischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Klartraums ein (vgl. Holzinger 1997, S. 32). Es gehört dem Genre der sogenannten „livres de rêves savants“ (Carroy 2013, S. 54) an, deren Autoren darauf abzielen, anhand von meist persönlichen Traumerfahrungen eine Physiologie beziehungsweise Psychologie des Traums zu erarbeiten (vgl. ebd.).
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<div style="text-align: left;">Hervey de Saint-Denys gilt als Wegbereiter und Innovator der modernen Klartraumforschung (vgl. LaBerge 1988, S. 15; Carroy 2013, S. 55). In ''Les rêves et les moyens de les diriger'' belegt er erstmals, dass es möglich ist, die Fähigkeit des Klarträumens oder luziden Träumens (Hervey spricht vom sogenannten „rêve lucide“ (RMD 1867, S. 274)), die sich dadurch auszeichnet, dass der Träumer sich des Träumens bewusst ist und den eigenen Traum beeinflussen kann, zu erlernen (vgl. RMD 1867, S. 1 f., 5). Zudem zeigt er in leichtem Plauderton Methoden zur Bewahrung der „liberté d’esprit“ (vgl. RMD 1867, S. 6) im Traum sowie zur Steuerung des Traumverlaufs auf (vgl. RMD, S. 6, 475 f.). Dabei stützt er sich auf seine 32-jährige Klartraumforschung (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991) und bezieht 120 eigene Träume und zahlreiche Träume von Freunden sowie Bekannten mit ein (vgl. Schwartz 1972, S. 132). Darüber hinaus ist Hervey de Saint-Denys bestrebt, den Traum aus phänomenologischer wie physiologischer Sicht zu beleuchten. Er untersucht unter anderem, wie Gedächtnis und Vorstellungskraft auf die Genese der Traumbilder einwirken, welche Faktoren Trauminhalte und Traumerinnerung beeinflussen, auf welche Weise die Traumbilder miteinander verknüpft werden, ob man im Schlaf beständig träumt und in welchem Maße im Traum der Wille, die perzeptiven sowie intellektuellen Fähigkeiten erhalten bleiben. Aufgrund des hohen Anschaffungspreises (7,50 Francs) richtete sich sein Werk in erster Linie an eine wohlhabende, gebildete, aber aufgrund des populärwissenschaftlichen Schreibstils nicht zwingend gelehrte Leserschaft (vgl. Carroy 2013, S. 56, 58). Bis heute ist ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) ein unverzichtbares Referenzwerk für Klartraumforscher.</div>
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<div style="text-align: left;">Hervey de Saint-Denys gilt als Wegbereiter und Innovator der modernen Klartraumforschung (vgl. LaBerge 1988, S. 15; Carroy 2013, S. 55). In ''Les rêves et les moyens de les diriger'' belegt er erstmals, dass es möglich ist, die Fähigkeit des Klarträumens oder luziden Träumens (Hervey spricht vom sogenannten „rêve lucide“ (RMD 1867, S. 274)), die sich dadurch auszeichnet, dass der Träumer sich des Träumens bewusst ist und den eigenen Traum beeinflussen kann, zu erlernen (vgl. RMD 1867, S. 1 f., 5). Zudem zeigt er in leichtem Plauderton Methoden zur Bewahrung der „liberté d’esprit“ (vgl. RMD 1867, S. 6) im Traum sowie zur Steuerung des Traumverlaufs auf (vgl. RMD, S. 6, 475 f.). Dabei stützt er sich auf seine 32-jährige Klartraumforschung (vgl. Den Blaken u. Meijer 1991) und bezieht 120 eigene Träume und zahlreiche Träume von Freunden sowie Bekannten mit ein (vgl. Schwartz 1972, S. 132). Darüber hinaus ist Hervey de Saint-Denys bestrebt, den Traum aus phänomenologischer wie physiologischer Sicht zu beleuchten. Er untersucht unter anderem, wie Gedächtnis und Vorstellungskraft auf die Genese der Traumbilder einwirken, welche Faktoren Trauminhalte und Traumerinnerung beeinflussen, auf welche Weise die Traumbilder miteinander verknüpft werden, ob man im Schlaf beständig träumt und in welchem Maße im Traum der Wille, die perzeptiven sowie intellektuellen Fähigkeiten erhalten bleiben.&nbsp;Aufgrund des hohen Anschaffungspreises (7,50 Francs) richtete sich sein Werk in erster Linie an eine wohlhabende, gebildete, aber aufgrund des populärwissenschaftlichen Schreibstils nicht zwingend gelehrte Leserschaft (vgl. Carroy 2013, S. 56, 58). Bis heute ist ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) ein unverzichtbares Referenzwerk für Klartraumforscher.</div>
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Das Frontispiz von ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) spiegelt bereits dessen Thematik wider. Die sechs kleinen Abbildungen im unteren Teil des Frontispizes zeigen hypnagoge Bilder, die Hervey seinen Aufzeichnungen entnommen hat (vgl. RMD 1867, S. 421 f.). Als Vorhut des Traums leiten die hypnagogen, beim Einschlafen eintretenden Halluzinationen direkt in einen Traum über, der in der oberen Hälfte abgebildet ist (vgl. RMD 1867, S. 421). Dabei handelt es sich um einen der Träume, die Hervey de Saint-Denys durch Zuführen externer Reize (in diesem Fall zweier auf das Kopfkissen getröpfelter Parfums) in eine bestimmte Richtung gelenkt hat (vgl. RMD 1867, S. 380 f.).
 
Das Frontispiz von ''Les rêves et les moyens de les diriger'' (1867) spiegelt bereits dessen Thematik wider. Die sechs kleinen Abbildungen im unteren Teil des Frontispizes zeigen hypnagoge Bilder, die Hervey seinen Aufzeichnungen entnommen hat (vgl. RMD 1867, S. 421 f.). Als Vorhut des Traums leiten die hypnagogen, beim Einschlafen eintretenden Halluzinationen direkt in einen Traum über, der in der oberen Hälfte abgebildet ist (vgl. RMD 1867, S. 421). Dabei handelt es sich um einen der Träume, die Hervey de Saint-Denys durch Zuführen externer Reize (in diesem Fall zweier auf das Kopfkissen getröpfelter Parfums) in eine bestimmte Richtung gelenkt hat (vgl. RMD 1867, S. 380 f.).
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Mithilfe seiner Traumstudie beabsichtigt Hervey de Saint-Denys, die von ihm entwickelte Kunst des guten Träumens an seine Leser weiterzugeben (vgl. Carroy 2013, S. 56). Bereits der Untertitel ''Observations pratiques'' lässt auf diese anwendungsorientierte Ausrichtung des Werkes schließen (vgl. ebd.). Die Leserschaft soll jedoch nicht nur weitergebildet, sondern auch unterhalten werden und bei der Lektüre des stilistisch anspruchsvollen Werkes einen ästhetischen Genuss verspüren (vgl. Carroy 2013, S. 59). Herveys anekdotenhafte, in populärwissenschaftlichem Stil verfasste Traumstudie erhebt demnach durchaus einen künstlerischen Anspruch und besitzt eine innere Logik, ohne jedoch einer strengen Struktur unterworfen zu sein (vgl. RMD 1867, S. 3, 12) und dadurch den Eindruck eines wissenschaftlichen Lehrbuchs zu vermitteln (vgl. Carroy 2013, S. 59). Der Autor von ''Les rêves et les moyens de les diriger'' ist vielmehr bestrebt, einen Mittelweg zwischen einer literarischen Neuerfindung seiner Träume und einer detailgenauen wissenschaftlichen Transkription derselben zu finden und riskiert dabei, nach Carroy, ebenso wie im Falle seiner Übersetzungen der mangelnden Präzision und Authentizität beschuldigt zu werden (vgl. dies. 2013, S. 61 f.).
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Mithilfe seiner Traumstudie&nbsp;beabsichtigt Hervey de Saint-Denys, die von ihm entwickelte Kunst des guten Träumens an seine Leser weiterzugeben (vgl. Carroy 2013, S. 56). Bereits der Untertitel ''Observations pratiques'' lässt auf diese anwendungsorientierte Ausrichtung des Werkes schließen (vgl. ebd.). Die Leserschaft soll jedoch nicht nur weitergebildet, sondern auch unterhalten werden und bei der Lektüre des stilistisch anspruchsvollen Werkes einen ästhetischen Genuss verspüren (vgl. Carroy 2013, S. 59). Herveys anekdotenhafte, in populärwissenschaftlichem Stil verfasste Traumstudie erhebt demnach durchaus einen künstlerischen Anspruch und besitzt eine innere Logik, ohne jedoch einer strengen Struktur unterworfen zu sein (vgl. RMD 1867, S. 3, 12) und dadurch den Eindruck eines wissenschaftlichen Lehrbuchs zu vermitteln (vgl. Carroy 2013, S. 59). Der Autor von ''Les rêves et les moyens de les diriger'' ist vielmehr bestrebt, einen Mittelweg zwischen einer literarischen Neuerfindung seiner Träume und einer detailgenauen wissenschaftlichen Transkription derselben zu finden und riskiert dabei, nach Carroy, ebenso wie im Falle seiner Übersetzungen der mangelnden Präzision und Authentizität beschuldigt zu werden (vgl. dies. 2013, S. 61 f.).
    
===Werkstruktur===
 
===Werkstruktur===
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3. Träumen, die durch externe Reize ausgelöst werden (vgl. RMD 1867, S. 195 f.).
 
3. Träumen, die durch externe Reize ausgelöst werden (vgl. RMD 1867, S. 195 f.).
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Gleichsam nimmt er auf der Ebene der Wahrnehmung und der inhaltlichen Verknüpfung der Traumbilder eine Unterteilung in luzide im Sinne von (visuell) deutlich erkennbaren, kohärenten Träumen (vgl. RMD 1867, S. 256, 260, 272, 276, 282, 349, 464, 469) und verschwommene, zusammenhanglose Träumen vor (vgl. RMD 1867, S. 276). Die Schärfe der Traumbilder hängt, nach Hervey, von der Qualität der zugrunde liegenden Erinnerungsnegative ab (vgl. RMD 1867, S. 20), derer sich das Subjekt nicht immer entsinnt, sodass es zuweilen glaubt, im Traum Dinge und Personen zu sehen, die ihm in der Realität noch nie begegnet sind (vgl. ebd.). Generell zeichnen sich die Traumbilder nur sehr selten mit gleicher Deutlichkeit ab; der Traum erscheint vielmehr als Patchwork-Teppich bestehend aus klar erkennbaren und verschwommenen, älteren verblichenen Erinnerungsnegativen (vgl. RMD 1867, S. 172).
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Gleichsam nimmt er auf der Ebene der Wahrnehmung und der inhaltlichen Verknüpfung der Traumbilder eine Unterteilung in luzide im Sinne von (visuell) deutlich erkennbaren, kohärenten Träumen (vgl. RMD 1867, S. 256, 260, 272, 276, 282, 349, 464, 469) und verschwommene, zusammenhanglose Träumen vor (vgl. RMD 1867, S. 276). Die Schärfe der Traumbilder hängt, nach Hervey, von der Qualität der zugrunde&nbsp;liegenden Erinnerungsnegative ab (vgl. RMD 1867, S. 20), derer sich das Subjekt nicht immer entsinnt, sodass es zuweilen glaubt, im Traum Dinge und Personen zu sehen, die ihm in der Realität noch nie begegnet sind (vgl. ebd.). Generell zeichnen sich die Traumbilder nur sehr selten mit gleicher Deutlichkeit ab; der Traum erscheint vielmehr als Patchwork-Teppich bestehend aus klar erkennbaren und verschwommenen, älteren verblichenen Erinnerungsnegativen (vgl. RMD 1867, S. 172).
    
Unter dem Begriffs ›rêve lucide‹ fasst Hervey de Saint-Denys jedoch insbesondere solche Träume, in denen der Träumer derart luzide im Sinne von scharfsinnig ist, dass er sich des Träumens bewusst ist, die Traumumgebung klar und deutlich wahrnimmt und darüber hinaus auch den Handlungsverlauf bewusst zu steuern vermag (vgl. RMD 1867, S. 27–30, 260, 273 f., 451). Im Gegensatz zu Moreau de la Sarthe, demzufolge luzide (im Sinne von visuell deutliche) Träume nicht kohärenter sind als gewöhnliche Träume, sondern lediglich intensiv wahrgenommen und besonders gut erinnert werden, stellt die Erinnerbarkeit des Traums für Hervey kein Kriterium für Luzidität dar (vgl. RMD 1867, S. 109). Dagegen sieht er das bewusste Träumen und die sich daraus ergebende Möglichkeit der Traumsteuerung, die Moreau de la Sarthe aufgrund seiner Vorstellung der Aufhebung intellektueller Fähigkeiten im Schlaf ausschließt, als essentielle Aspekte luziden Träumens an (vgl. RMD 1867, S. 109 f.).
 
Unter dem Begriffs ›rêve lucide‹ fasst Hervey de Saint-Denys jedoch insbesondere solche Träume, in denen der Träumer derart luzide im Sinne von scharfsinnig ist, dass er sich des Träumens bewusst ist, die Traumumgebung klar und deutlich wahrnimmt und darüber hinaus auch den Handlungsverlauf bewusst zu steuern vermag (vgl. RMD 1867, S. 27–30, 260, 273 f., 451). Im Gegensatz zu Moreau de la Sarthe, demzufolge luzide (im Sinne von visuell deutliche) Träume nicht kohärenter sind als gewöhnliche Träume, sondern lediglich intensiv wahrgenommen und besonders gut erinnert werden, stellt die Erinnerbarkeit des Traums für Hervey kein Kriterium für Luzidität dar (vgl. RMD 1867, S. 109). Dagegen sieht er das bewusste Träumen und die sich daraus ergebende Möglichkeit der Traumsteuerung, die Moreau de la Sarthe aufgrund seiner Vorstellung der Aufhebung intellektueller Fähigkeiten im Schlaf ausschließt, als essentielle Aspekte luziden Träumens an (vgl. RMD 1867, S. 109 f.).
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===Der Traum und die ihm zugrunde liegenden Mechanismen===
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===Der Traum und die ihm zugrunde&nbsp;liegenden Mechanismen===
 
====Wie entsteht ein Traum?====
 
====Wie entsteht ein Traum?====
 
Nach Hervey de Saint-Denys spielt das Gedächtnis bei der Traumbildung eine wesentliche Rolle. Es ist vergleichbar mit einem Fotoapparat, der tagsüber permanent die Eindrücke des Lebens in Bildern festhält und diese Erinnerungsnegative („clichés-souvenirs [Hervorh. i. Orig.]“ (RMD 1867, S. 20) ähnlich einer Kollodiumplatte, meist ohne das Wissen des Subjekts, reflektiert und abspeichert (vgl. RMD 1867, S. 18 f.). Somit fungiert das Gehirn gleichsam als Aufnahmegerät, Projektionsfläche und Archiv. Unter Bezugnahme auf die Ausführungen Lemoines, Stewarts und Maurys bekräftigt Hervey de Saint-Denys, dass ein Traum durch das Zusammenwirken einer „'''''mémoire-imaginative''''' [Hervorh. i. Orig.]“ (RMD 1867, S. 301) und einer „imagination“ (ebd.) zustande kommt (vgl. RMD 1867, S. 211, 301, 304 f.). Während das Gedächtnis im Traum lediglich aus dem Archiv der Erinnerungen einen der unzähligen Eindrücke des Wachlebens erneut heraufbeschwört, ist die Vorstellungskraft mit der innovativen Anordnung und neuartigen Kombination dieses Erinnerungsmaterials betraut (vgl. RMD 1867, S. 210 f., 277, 301 f.).
 
Nach Hervey de Saint-Denys spielt das Gedächtnis bei der Traumbildung eine wesentliche Rolle. Es ist vergleichbar mit einem Fotoapparat, der tagsüber permanent die Eindrücke des Lebens in Bildern festhält und diese Erinnerungsnegative („clichés-souvenirs [Hervorh. i. Orig.]“ (RMD 1867, S. 20) ähnlich einer Kollodiumplatte, meist ohne das Wissen des Subjekts, reflektiert und abspeichert (vgl. RMD 1867, S. 18 f.). Somit fungiert das Gehirn gleichsam als Aufnahmegerät, Projektionsfläche und Archiv. Unter Bezugnahme auf die Ausführungen Lemoines, Stewarts und Maurys bekräftigt Hervey de Saint-Denys, dass ein Traum durch das Zusammenwirken einer „'''''mémoire-imaginative''''' [Hervorh. i. Orig.]“ (RMD 1867, S. 301) und einer „imagination“ (ebd.) zustande kommt (vgl. RMD 1867, S. 211, 301, 304 f.). Während das Gedächtnis im Traum lediglich aus dem Archiv der Erinnerungen einen der unzähligen Eindrücke des Wachlebens erneut heraufbeschwört, ist die Vorstellungskraft mit der innovativen Anordnung und neuartigen Kombination dieses Erinnerungsmaterials betraut (vgl. RMD 1867, S. 210 f., 277, 301 f.).
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Machtlos ist der Wille des Träumers auch – hierin ist sich Hervey de Saint-Denys mit Théodore Jouffroy (''Nouveaux mélanges philosophiques'' (1842)) (vgl. RMD 1867, S. 80) und Dugald Stewart (''Essay on Dreaming'' (1814)) (vgl. RMD 1867, S. 117) einig – im Hinblick auf den physischen Körper, der ruhig im Schlafzustand verweilt, während der Traumkörper in verschiedenste Handlungen involviert ist. Ferner hält er es für unmöglich, dass der Wille und die Aufmerksamkeit, die im Gegensatz zu Gedächtnis und Vorstellungskraft zuweilen der Erholung bedürfen (vgl. RMD 1867, S. 96), im Traum permanent aktiv sind. Dies begründet er dadurch, dass immer wieder Träume eintreten, in denen der Geist sich dem Geschehen passiv hingibt (vgl. RMD 1867, S. 43, 274), ein interner beziehungsweise externer Reiz neue Traumbilder heraufbeschwört, die der Verstand nicht zurückzudrängen vermag, oder die Ideenassoziation derart spontan abläuft, dass der Geist sie nicht aufzuhalten vermag (vgl. RMD 1867, S. 168 f., 274).
 
Machtlos ist der Wille des Träumers auch – hierin ist sich Hervey de Saint-Denys mit Théodore Jouffroy (''Nouveaux mélanges philosophiques'' (1842)) (vgl. RMD 1867, S. 80) und Dugald Stewart (''Essay on Dreaming'' (1814)) (vgl. RMD 1867, S. 117) einig – im Hinblick auf den physischen Körper, der ruhig im Schlafzustand verweilt, während der Traumkörper in verschiedenste Handlungen involviert ist. Ferner hält er es für unmöglich, dass der Wille und die Aufmerksamkeit, die im Gegensatz zu Gedächtnis und Vorstellungskraft zuweilen der Erholung bedürfen (vgl. RMD 1867, S. 96), im Traum permanent aktiv sind. Dies begründet er dadurch, dass immer wieder Träume eintreten, in denen der Geist sich dem Geschehen passiv hingibt (vgl. RMD 1867, S. 43, 274), ein interner beziehungsweise externer Reiz neue Traumbilder heraufbeschwört, die der Verstand nicht zurückzudrängen vermag, oder die Ideenassoziation derart spontan abläuft, dass der Geist sie nicht aufzuhalten vermag (vgl. RMD 1867, S. 168 f., 274).
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Im Gegensatz zu Stewart, der in seinem ''Essay on Dreaming'' (1814) die Aufhebung jeglicher geistiger und perzeptiver Fähigkeiten im Traum annimmt, ist Hervey de Saint-Denys davon überzeugt, dass der Verstand im Traum ebenso wie im Wachleben Zugang zu den sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten hat und sie gezielt zur Beobachtung und kritischen Beurteilung der Traumwelt einsetzt (vgl. RMD 1867, S. 85 f.). Der Träumer verfügt letztlich, Hervey zufolge, über dasselbe Maß an freiem Willen und dieselben perzeptiven wie intellektuellen Fähigkeiten wie in der Realität (vgl. RMD 1867, S. 152, 270 f.). 
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Im Gegensatz zu Stewart, der in seinem ''Essay on Dreaming'' (1814) die Aufhebung jeglicher geistiger und perzeptiver Fähigkeiten im Traum annimmt, ist Hervey de Saint-Denys davon überzeugt, dass der Verstand im Traum ebenso wie im Wachleben Zugang zu den sinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten hat und sie gezielt zur Beobachtung und kritischen Beurteilung der Traumwelt einsetzt (vgl. RMD 1867, S. 85 f.). Der Träumer verfügt letztlich, Hervey zufolge, über dasselbe Maß an freiem Willen und dieselben perzeptiven wie intellektuellen Fähigkeiten wie in der Realität (vgl. RMD 1867, S. 152, 270 f.).&nbsp;
    
===Verschiedene Arten der Traumsteuerung===
 
===Verschiedene Arten der Traumsteuerung===
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====Wie luzide ist ein luzider Träumer?====
 
====Wie luzide ist ein luzider Träumer?====
Die Fähigkeit des Träumers, rational zu denken und sich zu erinnern reicht, nach Hervey de Saint-Denys’ Erfahrungen, über das Erkennen des Traumzustandes, der eigenen Willens- und Gestaltungsfreiheit bis hin zum Reflektieren über zeitgenössische Traumtheorien (vgl. RMD 1867, S. 450 f.) und der korrekten Zuordnung von außen eindringender Reize (vgl. RMD 1867, S. 296). Dadurch, dass Herveys Muskelbewegungen zuweilen unwillkürlich mit den Bewegungen des Traumkörpers korrelieren, wird er sich überdies seines schlafenden physischen Körpers bewusst (vgl. RMD 1867, S. 453), den er jedoch selbst als luzider Träumer nicht bewusst zu steuern vermag. Jedoch reicht das Körperbewusstsein in einigen Fällen so weit, dass Hervey im Rahmen eines selbst eingeleiteten Erwachens auf den eigenen schlafenden Körper herabzublicken glaubt, bevor er abermals davon Besitz ergreift (vgl. RMD 1867, S. 470). 
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Die Fähigkeit des Träumers, rational zu denken und sich zu erinnern reicht, nach Hervey de Saint-Denys’ Erfahrungen, über das Erkennen des Traumzustandes, der eigenen Willens- und Gestaltungsfreiheit bis hin zum Reflektieren über zeitgenössische Traumtheorien (vgl. RMD 1867, S. 450 f.) und der korrekten Zuordnung von außen eindringender Reize (vgl. RMD 1867, S. 296). Dadurch, dass Herveys Muskelbewegungen zuweilen unwillkürlich mit den Bewegungen des Traumkörpers korrelieren, wird er sich überdies seines schlafenden physischen Körpers bewusst (vgl. RMD 1867, S. 453), den er jedoch selbst als luzider Träumer nicht bewusst zu steuern vermag. Jedoch reicht das Körperbewusstsein in einigen Fällen so weit, dass Hervey im Rahmen eines selbst eingeleiteten Erwachens auf den eigenen schlafenden Körper herabzublicken glaubt, bevor er abermals davon Besitz ergreift (vgl. RMD 1867, S. 470).&nbsp;
    
Zeitweise büßt Hervey de Saint-Denys jedoch auch seine Gewissheit bezüglich des Traumzustandes ein (vgl. RMD 1867, S. 324). So beginnt er etwa während des Traums, seine Erfahrungen aufzuschreiben, erkennt jedoch im nächsten Moment bereits, dass dies zwecklos ist und leitet sein Erwachen ein (vgl. RMD 1867, S. 324). Auch kommt es vor, dass er im luziden Zustand eine Traumfigur, die in Gestalt seines Freundes erscheint, auffordert, sich den Traum einzuprägen, damit sie sich am Folgetag darüber unterhalten können (vgl. RMD 1867, S. 448). Das Bewusstsein des luziden Träumers bezüglich des Traumzustandes oder hinsichtlich einiger traumimmanenter Implikationen wie der Fiktionalität der Traumgegenstände und -figuren ist demnach nicht immer durchgehend vorhanden, sondern wird von Perioden des Vergessens durchbrochen (vgl. RMD 1867, S. 324, 448).
 
Zeitweise büßt Hervey de Saint-Denys jedoch auch seine Gewissheit bezüglich des Traumzustandes ein (vgl. RMD 1867, S. 324). So beginnt er etwa während des Traums, seine Erfahrungen aufzuschreiben, erkennt jedoch im nächsten Moment bereits, dass dies zwecklos ist und leitet sein Erwachen ein (vgl. RMD 1867, S. 324). Auch kommt es vor, dass er im luziden Zustand eine Traumfigur, die in Gestalt seines Freundes erscheint, auffordert, sich den Traum einzuprägen, damit sie sich am Folgetag darüber unterhalten können (vgl. RMD 1867, S. 448). Das Bewusstsein des luziden Träumers bezüglich des Traumzustandes oder hinsichtlich einiger traumimmanenter Implikationen wie der Fiktionalität der Traumgegenstände und -figuren ist demnach nicht immer durchgehend vorhanden, sondern wird von Perioden des Vergessens durchbrochen (vgl. RMD 1867, S. 324, 448).
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===Das Erkenntnis- und (künstlerische) Inspirationspotenzial des (bewusst erlebten) Traums===
 
===Das Erkenntnis- und (künstlerische) Inspirationspotenzial des (bewusst erlebten) Traums===
Allein der Vorgang der Traumbildung ist, nach Hervey de Saint-Denys, bereits mit der Arbeit eines Künstlers vergleichbar, denn durch die neuartige Kombination von Erinnerungen werden ästhetisch anspruchsvolle Kompositionen hervorgebracht (vgl. RMD 1867, S. 21). Die Nervenfasern im Gehirn, die entscheidend an der Traumbildung beteiligt sind, sieht Hervey als „cordes du violon sous les doigts de l’artiste“ (RMD 1867, S. 195) an und vergleicht sie mit einem Instrument, das durch die Inspiration des Künstlers (Träumers) ein musikalisches Motiv erklingen lässt (vgl. ebd.). In seinen bewusst erlebten Träumen ist Hervey de Saint-Denys zuweilen sogar explizit künstlerisch tätig, denn er verteilt beispielsweise unter den Figuren aus einem Roman François Fenelons die Rollen neu, verkehrt dessen Werk in eine Tragödie und versetzt sich selbst in die Theaterszenerie hinein (vgl. RMD 1867, S. 402).
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Allein der Vorgang der Traumbildung ist, nach Hervey de Saint-Denys, bereits mit der Arbeit eines Künstlers vergleichbar, denn durch die neuartige Kombination von Erinnerungen werden ästhetisch anspruchsvolle Kompositionen hervorgebracht (vgl. RMD 1867, S. 21). Die Nervenfasern im Gehirn, die entscheidend an der Traumbildung beteiligt sind, sieht Hervey als „cordes du violon sous les doigts de l’artiste“ (RMD 1867, S. 195) an und vergleicht sie mit einem Instrument, das durch die Inspiration des Künstlers (Träumers) ein musikalisches Motiv erklingen lässt (vgl. ebd.). In seinen bewusst erlebten Träumen ist Hervey de Saint-Denys zuweilen sogar explizit künstlerisch tätig, denn er verteilt beispielsweise unter den Figuren aus einem Roman François&nbsp;Fenelons die Rollen neu, verkehrt dessen Werk in eine Tragödie und versetzt sich selbst in die Theaterszenerie hinein (vgl. RMD 1867, S. 402).
    
Während die Konzentrationsfähigkeit, die Willensausübung und die Urteilskraft des Menschen im Traum zuweilen geschwächt sind, entfalten die Vorstellungskraft, das Gedächtnis und die sinnliche Wahrnehmung im Traum eine Ausweitung gegenüber dem Wachleben (vgl. RMD 1867, S. 475). Somit vermag der Träumer zwar kein rationales Meisterwerk im Traum zu erschaffen, aber der Traum eröffnet ihm neue, derart nicht gekannte Inspirationshorizonte (vgl. ebd.). Das inspiratorische Potenzial des Traums ist dabei unter anderem, hierin stimmt Hervey mit Lemoine überein, in der außergewöhnlichen Sensibilität jeglicher sinnlicher Wahrnehmung und insbesondere des ästhetischen Sinns begründet (vgl. RMD 1867, S. 202 f.).
 
Während die Konzentrationsfähigkeit, die Willensausübung und die Urteilskraft des Menschen im Traum zuweilen geschwächt sind, entfalten die Vorstellungskraft, das Gedächtnis und die sinnliche Wahrnehmung im Traum eine Ausweitung gegenüber dem Wachleben (vgl. RMD 1867, S. 475). Somit vermag der Träumer zwar kein rationales Meisterwerk im Traum zu erschaffen, aber der Traum eröffnet ihm neue, derart nicht gekannte Inspirationshorizonte (vgl. ebd.). Das inspiratorische Potenzial des Traums ist dabei unter anderem, hierin stimmt Hervey mit Lemoine überein, in der außergewöhnlichen Sensibilität jeglicher sinnlicher Wahrnehmung und insbesondere des ästhetischen Sinns begründet (vgl. RMD 1867, S. 202 f.).
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* Den Blanken, M. Carolus u. Eli J. G. Meijer: An Historical View of ›Dreams and the Ways to Direct Them. Practical Observations‹ by Marie-Jean-Léon LeCoq, le Marquis d'Hervey-Saint-Denys. Revised Edition. In: Lucidity Letter 10 (1991). http://www.oniros.fr/A1360.pdf (28 . Febr. 2008).
 
* Den Blanken, M. Carolus u. Eli J. G. Meijer: An Historical View of ›Dreams and the Ways to Direct Them. Practical Observations‹ by Marie-Jean-Léon LeCoq, le Marquis d'Hervey-Saint-Denys. Revised Edition. In: Lucidity Letter 10 (1991). http://www.oniros.fr/A1360.pdf (28 . Febr. 2008).
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* Deslauriers, Daniel: Dreaming and Transpersonal Psychology. In: Harris L. Friedmann u. Glenn Hartelius (Hrsg.): The Wiley-Blackwell Handbook of Transpersonal Psychology. Chichester: John Wiley & Sons 2013. S. 512–528.
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* Deslauriers, Daniel: Dreaming and Transpersonal Psychology. In: Harris L. Friedmann u. Glenn Hartelius (Hrsg.): The Wiley-Blackwell Handbook of Transpersonal Psychology. Chichester: John Wiley &amp; Sons 2013. S. 512–528.
    
* Formentelli, Eliane: Breton, Freud, Hervey de Saint-Denys et l'idéogramme du rêve. In: Christian Descamps (Hrsg.): Surréalisme et philosophie. Paris: Éditions Centre Georges Pompidou-Ircam 1992. S. 113–124.
 
* Formentelli, Eliane: Breton, Freud, Hervey de Saint-Denys et l'idéogramme du rêve. In: Christian Descamps (Hrsg.): Surréalisme et philosophie. Paris: Éditions Centre Georges Pompidou-Ircam 1992. S. 113–124.
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[https://archive.org/details/lesrvesetlesmoye00herv ''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques'' (1867)].
 
[https://archive.org/details/lesrvesetlesmoye00herv ''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques'' (1867)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/?cote=54424&do=pdf ''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques'' (1867)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/?cote=54424<span class= &do=pdf" data-mce-href="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/?cote=54424&do=pdf" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/?cote=54424&do=pdf%20''Les%20r%C3%AAves%20et%20les%20moyens%20de%20les%20diriger.%20Observations%20pratiques''%20(1867)">''Les rêves et les moyens de les diriger. Observations pratiques'' (1867)].
    
[http://members.casema.nl/carolusdenblanken/Downloads/Saint-Denys%20-%20Dromen%20practische%20observaties.PDF ''Dromen: Praktische Observaties'' (2013)].
 
[http://members.casema.nl/carolusdenblanken/Downloads/Saint-Denys%20-%20Dromen%20practische%20observaties.PDF ''Dromen: Praktische Observaties'' (2013)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5403857f.pdf ''La Chine devant l'Europe'' (1859)].
 
[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5403857f.pdf ''La Chine devant l'Europe'' (1859)].
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[https://books.google.fr/books?id=t0cCAAAAQAAJ&dq=L%C3%A9on+d%27+Hervey+de+Saint-Denys+thang&hl=fr&pg=PR3#v=onepage&q&f=false ''Poésies de l'époque des Thang (VIIe, VIIIe et IXe siècles de notre ère)'' (1862)].
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[https://books.google.fr/books?id=t0cCAAAAQAAJ<span class= &dq=L%25C3%25A9on+d%2527+Hervey+de+Saint-Denys+thang&hl=fr&pg=PR3#v=onepage&q&f=false" data-mce-href="https://books.google.fr/books?id=t0cCAAAAQAAJ&dq=L%25C3%25A9on+d%2527+Hervey+de+Saint-Denys+thang&hl=fr&pg=PR3#v=onepage&q&f=false" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="https://books.google.fr/books?id=t0cCAAAAQAAJ&dq=L%25C3%25A9on+d%2527+Hervey+de+Saint-Denys+thang&hl=fr&pg=PR3#v=onepage&q&f=false%20''Po%C3%A9sies%20de%20l'%C3%A9poque%20des%20Thang%20(VIIe,%20VIIIe%20et%20IXe%20si%C3%A8cles%20de%20notre%20%C3%A8re)''%20(1862)">''Poésies de l'époque des Thang (VIIe, VIIIe et IXe siècles de notre ère)'' (1862)].
    
[http://www.chineancienne.fr/traductions/kiu-youen-li-sao/ ''Le Li-sao. Poéme du IIIe siècle avant notre ére'' (1870)].
 
[http://www.chineancienne.fr/traductions/kiu-youen-li-sao/ ''Le Li-sao. Poéme du IIIe siècle avant notre ére'' (1870)].
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[http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10045777_00008.html Jean Henri Samuel Formey: ''Mélanges philosophiques'' (1754)].
 
[http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10045777_00008.html Jean Henri Samuel Formey: ''Mélanges philosophiques'' (1754)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6138516b.r=Jouffroy%20Nouveaux%20m%C3%A9langes%20philosophiques Théodore Jouffroy: ''Nouveaux mélanges philosophiques'' (1842)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6138516b.r=Jouffroy%20Nouveaux%20m%C3%A9langes%20philosophiques  ''Nouveaux%20m%C3%A9langes%20philosophiques''%20(1842)" href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6138516b.r=Jouffroy%2520Nouveaux%2520m%25C3%25A9langes%2520philosophiques" data-mce-href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6138516b.r=Jouffroy%2520Nouveaux%2520m%25C3%25A9langes%2520philosophiques" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6138516b.r=Jouffroy%2520Nouveaux%2520m%25C3%25A9langes%2520philosophiques%20Th%C3%A9odore%20Jouffroy: ''Nouveaux%20m%C3%A9langes%20philosophiques''%20(1842)">Théodore Jouffroy: ''Nouveaux mélanges philosophiques'' (1842)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=33620&do=chapitre Albert Lemoine: ''Du sommeil au point de vue physiologique et psychologique'' (1855)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=33620<span class=  ''Du%20sommeil%20au%20point%20de%20vue%20physiologique%20et%20psychologique''%20(1855)" href="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=33620&do=chapitre" data-mce-href="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=33620&do=chapitre" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=33620&do=chapitre%20Albert%20Lemoine: ''Du%20sommeil%20au%20point%20de%20vue%20physiologique%20et%20psychologique''%20(1855)">Albert Lemoine: ''Du sommeil au point de vue physiologique et psychologique'' (1855)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=57502&do=chapitre Maurice Martin Antonin Macario: ''Du sommeil, des rêves et du somnambulisme dans l’état de santé et de maladie'' (1857)].
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[http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=57502<span class=  ''Du%20sommeil,%20des%20r%C3%AAves%20et%20du%20somnambulisme%20dans%20l%E2%80%99%C3%A9tat%20de%20sant%C3%A9%20et%20de%20maladie''%20(1857)" href="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=57502&do=chapitre" data-mce-href="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=57502&do=chapitre" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.biusante.parisdescartes.fr/histoire/medica/resultats/index.php?cote=57502&do=chapitre%20Maurice%20Martin%20Antonin%20Macario: ''Du%20sommeil,%20des%20r%C3%AAves%20et%20du%20somnambulisme%20dans%20l%E2%80%99%C3%A9tat%20de%20sant%C3%A9%20et%20de%20maladie''%20(1857)">Maurice Martin Antonin Macario: ''Du sommeil, des rêves et du somnambulisme dans l’état de santé et de maladie'' (1857)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6323014f.r=Maury%2C%20Alfred%3A%20Le%20sommeil%20et%20les%20r%C3%AAves Alfred Maury: ''Le sommeil et les rêves'' (1861)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6323014f.r=Maury%2C%20Alfred%3A%20Le%20sommeil%20et%20les%20r%C3%AAves  ''Le%20sommeil%20et%20les%20r%C3%AAves''%20(1861)" href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6323014f.r=Maury%252C%2520Alfred%253A%2520Le%2520sommeil%2520et%2520les%2520r%25C3%25AAves" data-mce-href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6323014f.r=Maury%252C%2520Alfred%253A%2520Le%2520sommeil%2520et%2520les%2520r%25C3%25AAves" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k6323014f.r=Maury%252C%2520Alfred%253A%2520Le%2520sommeil%2520et%2520les%2520r%25C3%25AAves%20Alfred%20Maury: ''Le%20sommeil%20et%20les%20r%C3%AAves''%20(1861)">Alfred Maury: ''Le sommeil et les rêves'' (1861)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1465.item.r=r%C3%AAve.zoom Jacques-Louis Moreau de la Sarthe: ''Article Rêve'' (1820)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1465.item.r=r%C3%AAve.zoom  ''Article%20R%C3%AAve''%20(1820)" href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1465.item.r=r%25C3%25AAve.zoom" data-mce-href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1465.item.r=r%25C3%25AAve.zoom" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1465.item.r=r%25C3%25AAve.zoom%20Jacques-Louis%20Moreau%20de%20la%20Sarthe: ''Article%20R%C3%AAve''%20(1820)">Jacques-Louis Moreau de la Sarthe: ''Article Rêve'' (1820)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1569.item.r=songe.zoom Jacques-Louis Moreau de la Sarthe: ''Article Songe'' (1820)].
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[http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1569.item.r=songe.zoom  ''Article%20Songe''%20(1820)" href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1569.item.r=songe.zoom" data-mce-href="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1569.item.r=songe.zoom" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k215512n/f1569.item.r=songe.zoom%20Jacques-Louis%20Moreau%20de%20la%20Sarthe: ''Article%20Songe''%20(1820)">Jacques-Louis Moreau de la Sarthe: ''Article Songe'' (1820)].
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[https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=osu.32435063697015;view=1up;seq=10 Johannes Müller: ''Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen''. 2 Bde (1833–1840). Bd. 2 (1840)].
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[https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=osu.32435063697015;view=1up;seq=10  ''Handbuch%20der%20Physiologie%20des%20Menschen%20f%C3%BCr%20Vorlesungen''.%202%20Bde%20(1833%E2%80%931840).%20Bd.%202%20(1840)" href="https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=osu.32435063697015;view=1up;seq=10" data-mce-href="https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=osu.32435063697015;view=1up;seq=10" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="https://babel.hathitrust.org/cgi/pt?id=osu.32435063697015;view=1up;seq=10%20Johannes%20M%C3%BCller: ''Handbuch%20der%20Physiologie%20des%20Menschen%20f%C3%BCr%20Vorlesungen''.%202%20Bde%20(1833%E2%80%931840).%20Bd.%202%20(1840)">Johannes Müller: ''Handbuch der Physiologie des Menschen für Vorlesungen''. 2 Bde (1833–1840). Bd. 2 (1840)].
       
'''Forschungsliteratur'''
 
'''Forschungsliteratur'''
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[http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70188 Alexandre Bertrand: ''Annonce du décès de M. le marquis Léon d'Hervey de Saint-Denys, membre de l'Académie ''(1892)].
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[http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70188  ''Annonce%20du%20d%C3%A9c%C3%A8s%20de%20M.%20le%20marquis%20L%C3%A9on%20d'Hervey%20de%20Saint-Denys,%20membre%20de%20l'Acad%C3%A9mie ''(1892)" href="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70188" data-mce-href="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70188" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70188%20Alexandre%20Bertrand: ''Annonce%20du%20d%C3%A9c%C3%A8s%20de%20M.%20le%20marquis%20L%C3%A9on%20d'Hervey%20de%20Saint-Denys,%20membre%20de%20l'Acad%C3%A9mie ''(1892)">Alexandre Bertrand: ''Annonce du décès de M. le marquis Léon d'Hervey de Saint-Denys, membre de l'Académie ''(1892)].
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[http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70197 Alexandre Bertrand: ''Paroles prononcées par le Président de l'Académie à l'occasion de la mort de M. le marquis d'Hervey-Saint-Denys ''(1892)].
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[http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70197  ''Paroles%20prononc%C3%A9es%20par%20le%20Pr%C3%A9sident%20de%20l'Acad%C3%A9mie%20%C3%A0%20l'occasion%20de%20la%20mort%20de%20M.%20le%20marquis%20d'Hervey-Saint-Denys ''(1892)" href="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70197" data-mce-href="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70197" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.persee.fr/doc/crai_0065-0536_1892_num_36_6_70197%20Alexandre%20Bertrand: ''Paroles%20prononc%C3%A9es%20par%20le%20Pr%C3%A9sident%20de%20l'Acad%C3%A9mie%20%C3%A0%20l'occasion%20de%20la%20mort%20de%20M.%20le%20marquis%20d'Hervey-Saint-Denys ''(1892)">Alexandre Bertrand: ''Paroles prononcées par le Président de l'Académie à l'occasion de la mort de M. le marquis d'Hervey-Saint-Denys ''(1892)].
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[http://www.cairn.info/revue-rives-mediterraneennes-2013-1-page-53.htm Jacqueline Carroy: ''La force et la couleur des rêves selon Hervey de Saint-Denys ''(2013)].
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[http://www.cairn.info/revue-rives-mediterraneennes-2013-1-page-53.htm  ''La%20force%20et%20la%20couleur%20des%20r%C3%AAves%20selon%20Hervey%20de%20Saint-Denys ''(2013)" href="http://www.cairn.info/revue-rives-mediterraneennes-2013-1-page-53.htm" data-mce-href="http://www.cairn.info/revue-rives-mediterraneennes-2013-1-page-53.htm" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="http://www.cairn.info/revue-rives-mediterraneennes-2013-1-page-53.htm%20Jacqueline%20Carroy: ''La%20force%20et%20la%20couleur%20des%20r%C3%AAves%20selon%20Hervey%20de%20Saint-Denys ''(2013)">Jacqueline Carroy: ''La force et la couleur des rêves selon Hervey de Saint-Denys ''(2013)].
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[https://archive.org/stream/toungpao01duyvgoog#page/n551/mode/1up Henri Cordier: ''Nécrologie. Le Marquis d'Hervey Saint-Denys ''(1892)].
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[https://archive.org/stream/toungpao01duyvgoog#page/n551/mode/1up  ''N%C3%A9crologie.%20Le%20Marquis%20d'Hervey%20Saint-Denys ''(1892)" href="https://archive.org/stream/toungpao01duyvgoog#page/n551/mode/1up" data-mce-href="https://archive.org/stream/toungpao01duyvgoog#page/n551/mode/1up" data-bs-type="external_link" data-bs-wikitext="https://archive.org/stream/toungpao01duyvgoog#page/n551/mode/1up%20Henri%20Cordier: ''N%C3%A9crologie.%20Le%20Marquis%20d'Hervey%20Saint-Denys ''(1892)">Henri Cordier: ''Nécrologie. Le Marquis d'Hervey Saint-Denys ''(1892)].
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