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Änderungen – Lexikon Traumkultur

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Dass es sich bei diesen Notaten um geträumte Sätze und Bilder handelt, legt lediglich der Buchtitel ''Ein Jahr aus der Nacht gesprochen ''nahe. Insbesondere ob der fehlenden Kommentierung sind eindeutige Markierungen im Text selbst nicht vorhanden. Rückschlüsse auf den Status dieser Notizen können daher nur aufgrund eigener Äußerungen Handkes gezogen werden, der zu der Frage, wie er diese Sätze im Traum gefunden habe, sagt: „Irgendwie habe ich innerlich aufgehorcht, ich wurde wach, manchmal mitten in der Nacht, manchmal am frühen Morgen. Ich habe mir die Sätze, die Bilder durch den Kopf gehen lassen und sie dann aufgeschrieben. Später habe ich sie nur noch grammatisch geglättet, sonst nichts daran geändert.“ (Greiner / Handke 2010)
 
Dass es sich bei diesen Notaten um geträumte Sätze und Bilder handelt, legt lediglich der Buchtitel ''Ein Jahr aus der Nacht gesprochen ''nahe. Insbesondere ob der fehlenden Kommentierung sind eindeutige Markierungen im Text selbst nicht vorhanden. Rückschlüsse auf den Status dieser Notizen können daher nur aufgrund eigener Äußerungen Handkes gezogen werden, der zu der Frage, wie er diese Sätze im Traum gefunden habe, sagt: „Irgendwie habe ich innerlich aufgehorcht, ich wurde wach, manchmal mitten in der Nacht, manchmal am frühen Morgen. Ich habe mir die Sätze, die Bilder durch den Kopf gehen lassen und sie dann aufgeschrieben. Später habe ich sie nur noch grammatisch geglättet, sonst nichts daran geändert.“ (Greiner / Handke 2010)
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Unabhängig davon, inwieweit und wie genau Handke die in ''Ein Jahr aus der Nacht gesprochenen ''Sätze geträumt, gefunden und aufgeschrieben hat, spürt das Buch dem künstlerischen Potenzial des Traums nach und nimmt es ernst. In dieser Hinsicht zeigen die Traumnotate Verbindungslinien zwischen Traum und Literatur, zwischen Träumen und Schreiben auf. Handke selbst bezeichnet die Notizen als „Traumsprache […], eine Form vor der Literatur.“ (Greiner / Handke 2010) Auffällig an ihnen ist, dass sie, wenn sie nicht mit einem Ausrufe- oder Fragezeichen abschließen, ohne Satzzeichen beendet werden. Auf diese Weise erhalten sie den Charakter von Fragmenten, von Unfertigem, das sowohl weiter gedacht und phantasiert werden, als auch bearbeitet werden kann, z.B. um aus ihnen Literatur zu machen.
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Unabhängig davon, inwieweit und wie genau Handke die in ''Ein Jahr aus der Nacht gesprochen ''zusammengestellten Sätze geträumt, gefunden und aufgeschrieben hat, spürt das Buch dem künstlerischen Potenzial des Traums nach und nimmt es ernst. In dieser Hinsicht zeigen die Traumnotate Verbindungslinien zwischen Traum und Literatur, zwischen Träumen und Schreiben auf. Handke selbst bezeichnet die Notizen als „Traumsprache […], eine Form vor der Literatur.“ (Greiner / Handke 2010) Auffällig an ihnen ist, dass sie, wenn sie nicht mit einem Ausrufe- oder Fragezeichen abschließen, ohne Satzzeichen beendet werden. Auf diese Weise erhalten sie den Charakter von Fragmenten, von Unfertigem, das sowohl weiter gedacht und phantasiert werden, als auch bearbeitet werden kann, z.B. um aus ihnen Literatur zu machen.
    
Einige dieser Notate können unmittelbar mit Handkes literarischen Werken in Verbindung gebracht werden. So finden sich beispielweise die Sätze „Die Menschen verschwinden, und die T-Shirts bleichen aus“ (Handke 2014, 44) oder auch „Und wie geht’s mit uns beiden weiter, Liebe? – Gar nicht. Wie von Anfang an, Lieber“ (Handke 2014, 93) in Handkes Traumspiel ''[["Immer noch Sturm" (Peter Handke)|Immer noch Sturm]] ''(2010) wieder (vgl. Hannesschläger). Die nächtlichen Fundstücke, die unkommentiert und für sich allein stehend rätselhaft erscheinen, werden so in einen größeren Sinnzusammenhang hineinmontiert und einzelnen Figuren im Stück in den Mund gelegt.
 
Einige dieser Notate können unmittelbar mit Handkes literarischen Werken in Verbindung gebracht werden. So finden sich beispielweise die Sätze „Die Menschen verschwinden, und die T-Shirts bleichen aus“ (Handke 2014, 44) oder auch „Und wie geht’s mit uns beiden weiter, Liebe? – Gar nicht. Wie von Anfang an, Lieber“ (Handke 2014, 93) in Handkes Traumspiel ''[["Immer noch Sturm" (Peter Handke)|Immer noch Sturm]] ''(2010) wieder (vgl. Hannesschläger). Die nächtlichen Fundstücke, die unkommentiert und für sich allein stehend rätselhaft erscheinen, werden so in einen größeren Sinnzusammenhang hineinmontiert und einzelnen Figuren im Stück in den Mund gelegt.
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<div style="text-align: right;">[[Autoren|KH]]</div>
 
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==Literatur==
 
==Literatur==
 
* Greiner, Ulrich / Handke, Peter: ‚Ich komme aus dem Traum‘. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Schriftsteller Peter Handke über die Lust des Schreibens, den jugoslawischen Krieg und das Gehen in den Wäldern. In: Die Zeit 1.02.2006 ([http://pdf.zeit.de/2006/06/L-Handke-Interv_.pdf online], zuletzt aufgerufen am 14.10.2015).
 
* Greiner, Ulrich / Handke, Peter: ‚Ich komme aus dem Traum‘. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Schriftsteller Peter Handke über die Lust des Schreibens, den jugoslawischen Krieg und das Gehen in den Wäldern. In: Die Zeit 1.02.2006 ([http://pdf.zeit.de/2006/06/L-Handke-Interv_.pdf online], zuletzt aufgerufen am 14.10.2015).
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